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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

meinden von Altona - Hamburg ' und Amsterdam an; sie ließen dieBannformel zu Jedermanns Kunde in den Synagogen verlesen unddurch den Druck verbreiten^). Dasselbe geschah in Frankfurt a. O.zur Meßzeit in Beisein vieler fremder Inden. Mehrere polnischeRabbinen thaten dasselbe. Sie hatten endlich eingesehen, daß sie nurmit vereinten Kräften ohne Schlaffheit dem heimlichen Unwesen derSabbatianer ein Ende machen könnten. Einige deutsche und polnischeRabbinen, hatten es damals darauf abgesehen, Jonathan Eibeschütz,dessen Verbindung mit Löbele Proßnitz und Mose Me'ir erwiesen war,in den Bann hineinzuziehen. Es gehörte aber ein gewisser Muthdazu, weil dieser junge Talmudist bereits einen ausgebreiteten Rufgenoß und durch zahlreiche Jünger einen Anhang Hatte. Und ebenaus Rücksicht auf seinen Anhang und seine geachtete Familie in Polenunterblieb seine Aechtung. Jonathan Eibeschütz, um jeden Verdachtabzuwälzen, sprach selbst in der Synagoge am Vorabend des Ver-söhnungstages (16. Sept. 1725) den Bann über die Sabbatianer imVerein mit mehreren Rabbinen und Vorstehern Prags aus. Nur DavidOppenheim, Oberrabbiner von Böhmen, dem die erste Stimme dabeigebührt hätte, mochte sich nicht dabei betheiligen, vielleicht weil er mitEibeschütz in Feindschaft lebte und von der Ueberzeugung durchdrungenwar, daß dieser nur aus Heuchelei über die Sabbatianer, deren ver-derblichen Grundsätzen er vielmehr huldigte, den Stab gebrochen habe").

Gerade in dieser Zeit war Chajon wieder in Europa eingetroffenund hatte den Schwindel noch vermehrt. Er scheint Anfangs denPlan verfolgt zu haben, die Sabbatianer um sich zu sammeln undihr Oberhaupt zu werden. Er trat daher mit Löbele Proßnitz undauch mit Eibeschütz in Verbindung. Um sich vor Verfolgungen zusichern, näherte er sich heimlich den Christen, erlangte Zutritt in derKaiserburg in Wien, sagte sich halb von den Juden los, verlästertesie als Verblendete, die den rechten Glauben verschmähten, gab zuverstehen, daß auch er die Dreieinigkeit lehrte, und daß er die Judendazu herüberzuziehen vermöchte. Mit einem Schutzbriefe vom Hofeversehen, lrat er von Wien seine Weiterreise an, spielte abermals seinDoppelspiel heimlich als Sabbatianer und öffentlich als rechtgläubigerJude, von dem der Bann gelöst sei. Es ist kaum glaublich, wasZeitgenosse» von Chajon erzählen, daß er, der beinah Achtzigjährigenoch eine öffentliche Buhlerin, die er in Ungarn augetroffen, mit sich

Unter dem Titel ein Flugblatt, s. Emden Nornt Lsnaob

x. 35 b fg.

-) S. Note 7.