288
Geschichte der Juden.
morgenländischen Sprache in Hamburg (geb. 1683, gest. 1739), diesich angelegentlich und ernstlich mit jüdischer Litteratur und Geschichtebeschäftigten, waren Basnage's Jünger und hätten ohne seine Arbeitennicht so viel auf diesem Gebiete leisten können. Diese Beiden, besondersWolf, haben die vielen Lücken, die Basnage gelassen hat, mit vielerGründlichkeit, ja mit einer gewissen Wärme für die Sache ausgefüllt.
Die Vorliebe oder wenigstens die Theilnahme für die Judenbewog in dieser Zeit den muthigen Kämpfer gegen das verknöcherteChristenthum, John Toland, einen Irländer, das Wort für sie zuerheben, daß sie in England und Irland auf gleichen Fuß mit denChristen gestellt werden müßten — die erste laute Stimme für dieEmancipation. Aber diejenigen, zu deren Gunsten diese merkwürdigeUmstimmung der gebildeten Welt eingetreten war, hatten am wenigstenKunde davon*). Sie fühlten die veränderte Windrichtung gar nicht.
benutzte, lieferte ihm reichliche Ausbeute für die Bibliographie. sVgl. fernerüber Unger Steinschneider, Hebr. Bibl. XVII, 88 ff. und über WolfSteinschneider, 0. L. x. 2370, Xääib. x. XXXIV.)
Z Es ist bemerkenswerth, daß, so weit meine Kunde reicht, nur der einzigejüdische Zeitgenosse, Mose Chages, Basnages Geschichte würdigt und citirt,o'vrn lML No. 61. Wahrscheinlich ist er in Hamburg durch Wolf darauf auf-merksam gemacht worden.