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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Wagenseil.

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Machwerk über Jesu magische Wunderthaten (Doläot ckesoku), womitein von den Christen gequälter Jude an dem Stifter des Christenthumssich hatte Luft machen wollen, suchte Wagenseil auf und ließ sichs vielGeld kosten, diese hebräische Parodie des Evangeliums aufzutreiben,denn es besaßen nur wenige Juden eine Abschrift davon, und dieBesitzer hielten es zu ihrer eigenen Sicherheit hinter Schloß und Riegel.Weil nun ein Jude früher einmal solches über Jesus geschrieben,einige Andere es in Besitz hatten, noch Andere sich gegen Angriffevon christlicher Seite gewehrt hatten, darum stand es bei Wagenseilfest, daß die Juden seiner Zeit noch immer Jesus arg verlästerten. Erbeschwor daher die Fürsten und die städtische Obrigkeit, den Juden solcheLästerung aufs strengste zu verbieten. Er richtete eine eigene Schrift:die christliche Denunciation" an alle hohen Potentaten^), denJuden einen förmlichen Eid aufzulegen, daß sie kein Wort des Spottesgegen Jesus, Maria, das Kreuz, die Messe und andere christliche Sakramenteäußern würden. Außerdem hatte Wagenseil noch zwei fromme Wünsche.Die protestantischen Fürsten möchten wirksame Anstalten zur Bekehrungder Juden treffen. Er hatte sich zwar überzeugt, daß in Rom, woseit Papst Gregor XIII. alljährlich an bestimmten Sabbaten ein Domi-nikanermönch vor einer Anzahl Juden schläfrig zu disputiren Pflegte(IX.g 466), die Juden ihn angähnten oder zum Besten hatten. Aberer meinte, die protestantischen Fürsten, eifrigere Christen als diekatholischen, sollten es besser anfangen^). Auch schmerzte es den grund-gelehrten Mann, daß die Rabbinatscollegien sich anmaßten, Schriftenüber jüdische Religion ihrer eigenen Censur zu unterwerfen und ihreBilligung oder Mißbilligung über dieselben auszusprechen; das sei einfrecher Eingriff in die Majestätsrechte der Christen Dabei war Wagen-seil, wie gesagt, den Juden wohlwollend gesinnt. Er bemerkte mit vielemNachdruck, daß er es dreifach unrecht und unwürdig fände, die Judenzu sengen, zu brennen oder sie aller Güter zu berauben oder mitWeib und Kind aus dem Lande zu verjagen. Es sei höchst grausam,daß man in Deutschland und einigen andern Ländern die Kinder derJuden wider ihren Willen taufe und sie mit Gewalt zur Christuslehrezwinge. Auch die Drangsale und Beschimpfungen, die ihnen vom christ-lichen Pöbel angethan werden, seien keineswegs zu billigen, wie z. B.:daß man sie zwinge: ,Christus ist erstanden^ zu sprechen, sie mit hartenSchlägen traktire, auf den Gassen mit Koth und Steinen bewerfe und sie

1) Osuunelntio Obristiuns., gedruckt 1703.

Nsls, iZnsu I. x. 90 und Osnunemtio Obrlstiurm.

2) Isis. lAuss. I. p. 26.

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