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Geschichte der Juden.
Kirche erhalten habe. Richard Simon umspannte mit Kennerblick/wie keiner vor ihm, das umfangreiche Gebiet einer neuen Wissenschaft,die Bibelkritik. Obwohl kritisch - freimüthig verfuhr er aber dochapologetisch, sicherte der Bibel ihren Charakter der Heiligkeit undwies dabei Spinoza's Angriffe auf die Verläßlichkeit derselben zurück.Spinoza habe nur seine Unwissenheit oder Bosheit gezeigt, indem erdie Echtheit des Pentateuchs «der Thora) wegen einiger Aenderungen,die man darin finde, verschrieen habe, ohne auf die Eigenschaft dererzu sehen, welche die Urheber dieser Aenderungen waren*). Prophetische,gottbegeisterte Männer seien es gewesen, durch deren Hände die heiligeSchrift gegangen und deren Text uns überliefert worden sei, und essei doch völlig gleichgültig, ob dieses oder jenes von Mose oder einemandern Propheten herrühre ^). Bei Beurtheilung der Schriften desneuen Testamentes durfte oder konnte er nicht diesen zugleich freienund gläubigen Standpunkt einnehmen; hier sah man ihm mehr aufdie Finger, oder er selbst legte sich Fesseln an. Richard Simon'sSchriften, nicht in lateinischer, sondern in der Landessprache, und nochdazu mit einer gewissen Eleganz geschrieben, machten gerechtes Aufsehen.Sie stechen wohlthuend gegen den Wust der erdrückenden Gelehrsamkeitjener Zeit ab und heimeln förmlich an. Sie wurden daher vonallen gebildeten Ständen, auch von Damen begierig gelesen. Simonhatte der jüdischen Literatur einen weiten Raum eingeräumt und zumSchluß noch ein Verzeichniß der jüdischen Schriftsteller geliefert ^).Dadürch war diese rabbinische Literatur noch mehr als durch Reuchlin,Scaliger, die beiden Buxtorfe und die lateinschreibenden GelehrtenHollands in die gebildete Welt eingeführt.
Um sich die umfangreiche Kenntniß dieser Litteratur eigen zumachen, mußte Richard Simon, wie ehemals Reuchlin, Umgang mitJuden aufsuchen, namentlich verkehrte er mit Jona Salvador<o. S. 246), dem italienischen Sabbatianer. Dabei fiel ein Theilseiner Vorurtheile gegen Juden, die in Frankreich noch in ihrerganzen Dichtigkeit bestanden. Noch eine andere Seite zog ihn zuden Juden. Indem er die katholische Überlieferung gegen dieBuchstabengläubigkeit der Protestanten betonte, fühlte er sich mit denTalmudisten nnd Rabbaniten einigermaßen verwandt. Auch sie ver-theidigten ihre Tradition gegen die Wortklauberei der Karäcr. RichardSimon verherrlichte daher das rabbinische Judenthum in der Einleitung
^).UrsIaos x. 3.
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b) Oa-taloAus äss autsurs lluits, gut out sts oitss äaus I'blstoirsoritigus.