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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Nathan Ghazati.

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seinem zweiten Aufenthalte in Kairo datirt sein offenes Auftreten.Auch Sara, die schöne Messiasfrau, die Sabbatai ebenso wenig wieseine ihm früher angetranten zwei Frauen berührt haben soll, hat ihmviele Anhänger zugeführt. Durch sie kam ein romantisch-lüderlicherZug in das phantastische Treiben des Messias von Smyrna IhreSchönheit und ihr freies Wesen zog Jünglinge und Männer an,welche sonst für das mystische Messiasthum keine Sympathie hatten.Mit einem größeren Gefolge, als bei seiner Abreise, kehrte Sabbatainach Palästina zurück, und brachte zwei Talismane mit, welche nach-haltiger wirkten, als kabbalistische Mittel: Sara's herausforderndesWesen und Chelebi's Geld. In Gaza hatte er einen dritten Bundes-genossen gefunden, der ihm noch mehr die Wege ebnete.

In Jerusalem lebte ein aus Deutschland eingewanderter, anWanderungen gewöhnter Mann, Namens Elisa Levi, den die Gemeindein aller Welt Enden mit Bettelbriefen umherschickte. Während er inNordafrika, Amsterdam, Hamburg und Polen herumstreifte, blieb seinSohn Nathan Benjamin Levi (geb. 1644, st. 1680) sich selbst, oderder verkehrten Erziehung jener Zeit überlassen. Er entwickelte sich imLehrhause des Jakob Chagis zu einem Jünglinge von oberflächlicherKenntniß des Talmud, lernte kabbalistische Floskeln, erlernte aber eineGewandtheit in jenem pompös klingenden, aber hohlen und nichts-sagenden rabbinischen Style jener Zeit, worunter sich die Gedanken-armuth verbergen konnte. Die Feder wurde sein treues Organ, dieihm die Sprache ersetzte, in der er wenig Gewandtheit hatte. DieserJüngling wurde plötzlich aus drückender Armuth in Wohlhabenheitversetzt. Ein reicher Portugiese, Samuel Lisbona, der von Damas-cus nach Gaza gezogen war, ließ sich einen Bräutigam für seine schöne,aber einäugige Tochter von Jakob Chagis empfehlen, und dieser hatteihm jenen Jünger Nathan Benjamin vorgeschlagen. So war dieserin das reiche Haus gekommen und hatte in Folge seines Glückswechselsallen Halt verloren, wenn er ihn überhaupt je gehabt hat. AlsSabbatai Zewi auf seiner Rückreise aus Kairo mit großem Gefolgenach Gaza kam, sich bereits zum Theil öffentlich als Messias bekannteund umschwärmt wurde, trat auch Nathan Ghazati (aus Gaza) inein näheres Berhältniß zu ihm. Auf welchem Wege ihre gegenseitigeBekanntschaft und Anhänglichkeit entstanden ist, läßt sich nicht ermitteln.Sabbatais Jünger erzählten: Nathan habe einen Theil jener alter-thümlichen Schrift aus der Erde ausgegraben, worin Zewi's Messias-thum bezeugt wurde ^). Das Umgekehrte wird wohl eher der Wahr-

9 Abraham Cuenqui a. a, O. Note 3.