Siebentes Kapitel.
Spinoza und Sabbatai Zewi.
(Fortsetzung.)
Sabbatai Zewi, seine Jugend, sein Bildungsgang und seine kabbalistischeSchwärmerei. Die mystischen Jahre 1648 und 1666. Sabbatai's Ver-bannung aus Smyrna und seine Reisen. Abraham Jachini. RaphaeJoseph Chelebi in Egypten und Sabbatai's Bekanntschaft mit ihm. DieJerusalemer Gemeinde. Jakob Zemach und Jakob Chages. Sabbatai'sAufenthalt in Jerusalem, seine Reise nach Egypten. Die schöne Polin Sara,Sabbatai's Braut und Frau. Nathan Ghazati. Beginnende messianischeRaserei in Jerusalem. Sabbatai Zewi in Smyrna als Messias verkündetund anerkannt. De la Papa. Benvenisti und Peüa. Propheten undProphetinnen. Wirkung der Nachrichten in den europäischen Gemeinden.Manoel Texeira und Bendito de Castro. Sabbatai's oder der SabbatianerTheorie von der Gottheit und dem Judenthume. Aufheben der Festtage.Reise Sabbatai's nach Constantinopel und Gefangennahme. Seine Haftim Dardanellenschloß. Neuerungen. Nehemia Kohen und sein Verrath anSabbatai. Zewi. Abfall zum Islam und die Folgen. FortgesetzterSchwindel nach seiner Bekehrung. Nathan Ghazati und Sabbatai Raphael.Sabbatai Zewi's Rolle als Mohammedaner. Michael Cardoso. Phan-tastereien in Nordafrika. Sabbatai's Ende. Die Prachtsynagoge inAmsterdam. Spinoza's Tod.
(1665—1677.)
Ohne es zu ahnen, hatte Spinoza an einem Gegenfüßler imMorgenlande einen Verbündeten, der thatkräftig an der Auflösungdes Judenthums arbeitete, und dem es gelungen ist, die Gesammt-judenheit in einen Taumel zu versetzen, der sie auf lange Zeit desrechten Weges verfehlen machte. Sabbatai Zewi war zugleich derGegenfüßler und der Bundesgenosse Spinoza's, der viel, iviel mehrBewunderer zählte, als der Denker von Amsterdam, eine Zeitlang derAbgott der ganzen Judenheit war, und der noch bis auf den heutigenTag heimliche Anhänger hat. Sabbatai Zewi (geb. am 9. Ab— 1. August 1626, st. 1676 i) in Smyrna in Kleinasien, von spa-nischer Abkunft, der Urheber einer neuen messianischen -Raserei, der
st S. über ihn Note 3.