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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Simone Luzzatto.

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nunft und Glaube einander regeln und überwachen müssen', der'in dermaimunischen Zeit bereits als Gemeinplatz galt, wurde iiOdieser Epoche,unter der bevormundenden Herrschaft der Lnrjanischen Kabbala, imjüdischen Kreise als eine kühne Neuerung, fast als Ketzerei angesehen.

Simone Luzzatto ließ sich von dem überlauten kabbalistischenSchwindel nicht berücken, er warf seine Vernunft nicht hinter sich;er war gläubig, blieb aber dabei nüchtern. Er theilte nicht dieSchwärmerei Manasse Ben-Israels und vieler Andern, daß die verlorengeglaubten israelitischen Zehustämme irgendwo in einem der Erdtheile inUnabhängigkeit und Waffenmacht vorhanden wären. Mit nüchternenjüdischen Forschern der Vorzeit nahm er an, daß die Danielische Offen-barung nicht auf einen künftigen Messias dente, sondern nur geschicht-liche Vorgänge wiederspiegele *). Auch er verfaßte eine Schrift überdie Sitten und Glaubensansichten des Judenthums, die erwahrheits-getreu ohne Eifer und Leidenschaft" darzustellen sich vornahm. Siesollte wahrscheinlich ein Gegenstück gegen Leon Modena's Darstellungbilden, welche einen Schatten ans das Judenthum warf.

Meisterhaft ist Luzzatto's Vertheidigungsschrift für das Juden-thum und die Juden, der er den Titel gab: Abhandlung über denStand der Hebräers. Sie zeugt eben so sehr für seinen praktischnüchternen Sinn, wie für seine Wahrheitsliebe, seine vernünftige An-hänglichkeit an das Judenthum und seine gediegenen Kenntnisse. Erwollte, wie er sagte, sie nicht dem oder jenem Patron aus Schmeichelei,widmen, sondern de» Freunden der Wahrheit im Allgemeinen. Erbeschwor diese Freunde, die Ueberbleibsel des alten hebräischen Volkes,wenn auch durch Leiden entstellt und durch lange Gefangenschaft ver-kümmert, nicht geringer zu achten, als ein verstümmeltes Kunstwerkvon Phidias oder Lysippus, da doch alle Menschen zugeben, daßdieses Volk einst von dem höchsten Werkmeister belebt und geleitetworden sei. Es ist erstaunlich, welche gründliche Kenntniß derRabbiner von dem damaligen Welthandel und der darauf einwirkenden

9 Ter Convertit Samuel Nahmias oder Giulio Morosini hatLuzzatto's Aeußerung über den Sinn der Danicl'schen Apokalypse entstellt odermißverstanden, wenn er ihn in seiner vis. äsiis Tsäs ihn sprechen läßt: siekönne auch auf Jesus Hinweisen (auch ausgezogen bei Wolf III. x. 1128).Vermöge Luzzatto's Geislesrichtung kann er nur behauptet haben: sie weise garnicht auf einen Messias hin, sondern nur auf die Hasmonäergeschichte, wieChajim Galipapa die Däniel'schen Kapitel iuterpretirt hat.

2) Oissorso siros il ststo äs At'Hsdrsi, Venedig 1638, x. 5 s und 91 sdas. citirt er seine Schrift Trs.tts.to äsli' oxinioni . . s äsi riti loro xiüxrinoipsii.