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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Gesandten in Venedig. Leon Modena hat mit dieser von Christengierig gelesenen Schrift, gewissermaßen wie Ham, die Blöße seinesVaters anfgedeckt, das innere Heiligthum der Juden schaulustigen undspottsüchtigen Angen enthüllend preisgegeben. Uneingeweihten mußtedas, was innerhalb des jüdischen Kreises Sache der Pietät und desGewissens war, kleinlich, albern, läppisch, als Ausbund der Lächerlichkeit,erscheinen. Leon Modena setzte für christliche Leser auseinander,welche Ceremonien und Satzungen die Juden in ihrer Wohnung,Kleidung, ihrem Hausgeräth, beim Aufstehen und Niederlegen, beimenschlichen Verrichtungen und in den Synagogen und Lehrhäusernüben und anwenden. Unwillkürlich gesellte sich der Verfasser zu denVerächtern des Judenthums, das er doch selbst als Rabbiner geübtund gelehrt hatte. Er sprach sich bewußt darüber aus:Währenddes Niederschreibens habe ich in Wahrheit vergessen, daß ich einHebräer bin, und betrachte mich als einfachen und unparteischen Erzähler.Indessen leugne ich nicht, mich bemüht zu haben, den Spott wegender vielen Ceremonien zu vermeiden; aber ich hatte auch nicht dieAbsicht, sie zu vertheidigen und zu beschönigen, weil ich nur mittheilen,nicht überzeugen wollte" *).

Indessen wäre es ein Jrrthum, wenn man daraus schließen wollte,daß Leon Modena vollständig in seinem Innern mit dem rabbinischenJndenthume gebrochen hätte. Er war, wie gesagt, kein Mann vonfester und ausdauernder Ueberzeugung. Fast zur selben Zeit, als erdie Riten des Judenthums dem christlichen Publikum preisgab, arbeiteteer eine Verteidigung derselben und der mündlichen Lehre überhauptgegen Angriffe von jüdischer Seite aus. Ein Hamburger Jude vonmarranischer Abkunft hatte elf Punkte hervorgehoben, um die Un-wahrheit der talmudischen Ueberlieferung nachzuweisen, von deneneinige wesentlich, andere dagegen nichtssagend sind. Er führte denBeweis, daß die Gebetkapseln (Nspbitlin) nicht in der sinaitischenGesetzgebung vorgeschrieben sein können, daß den zweiten Feiertag be-gehen gegen den Sinn der Thora verstoße, daß die Talmudisten im

tsurs z? tisnnsnt 1a. Main avso plus äs riAusur. In demselben Briefe be-richtet Rich. Simon auch von L. Modena: Os Nabdin, gut 6tg.it lrornins äs,l>on ssus, avs.it son^s ä äonnsr uns traäuotion Italisnns äs I'anoisnNsstarnsnt . . . inais Iss Inguisitsurs staut opposss a sou ässssin, iltäelra äs supplssr a es ästaut xar un nouvsau Oietionnairs Ilsbrsu stItalisn Vsniss 1612. Es ist das Lexicon mit dem hebr. Titel

U Einleitung zu den Niti: Rollo serivsr, in vsritb., elrs rni sonosooräato ä'ssssr Usbrso, ÜAuranäorni ssinplies st nsutrals rslators. Ver-faßt hat er diese Schrift, wie er in der Sslbstbiographie angiebt, mehr denn20 Jahre vor dem Drucke, also um >617.