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10 (1897) Geschichte der Juden von der dauernden Ansiedelung der Marranen in Holland (1618) bis zum Beginne der Mendelssohn'schen Zeit (1750)
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Geschichte der Juden.

Die Aufregung in London bei der Verhandlung um Zulassungder Juden war groß, und man stritt im Volke dafür und dawider.Blinder Haß gegen die Kreuziger des Gottessohnes und blinde Liebefür das Volk Gottes, Furcht vor Handelsconcurrenz der Juden undHoffnung vermittelst derselben den Holländern und Spaniern denRang abzulaufen, Vorurtheile, daß sie Christenkinder kreuzigen, Münzenbeschneiden oder gar sämmtliche Engländer zu Jude» machen würden,alle diese dunkeln Gefühle trübten das Urtheil für und wider sie.Auch Parteileidenschaften spielten hinein. Die Anhänger Cromwellsund überhaupt die Republikaner waren dafür, seine geheimen undoffenen Gegner, die Royalisten und Papisten, waren auch ihre Gegner.Das Volk drängte sich daher zum Saale, wo die Judenfrage zu aller-erst öffeutlich verhandelt wurde. Gleich im Anfang erklärten die Ver-treter des Staatsrechts: daß kein altes Gesetz die Juden aus Englandausschließe; denn ihre Verbannung war lediglich vom König ohneZustimmung des Parlamentes verfügt worden. Die Vertreter derStadt verhielten sich ruhig; desto heftiger waren die Geistlichen, welcheihren aus den Evangelien und der theologischen Literatur gezogenenHaß gegen die Juden nicht loswerden konnten. Cromwell, welchergern ein günstiges Resultat erzielen wollte, zog daher noch drei Geist-liche hinzu, von denen er ein judenfreundliches Votum erwartete,unter denen auch jenen Hugh Peters. In drei Sitzungen wurde dieFrage noch nicht zur Entscheidung gebracht. Cromwell ordnete dahereine Schlußberathung an (18. December 1625), der er selbst präsidirte.Die Mehrzahl der Geistlichen war auch an diesem Tage gegen dieZulassung und nur einige für deren Aufnahme unter zweckmäßigerVorsicht. Cromwell, unzufrieden mit dem Gang der Verhandlung,ließ zuerst die theologischen Einwendungen von Manasse B. Israelwiderlegen, dann sprach er selbst mit vieler Wärme und schalt dieGeistlichen aus: Er habe gehofft von ihnen eine Aufklärung für seinGewissen zu erhalten; statt dessen hätten sie die Frage noch dunklergemacht. Die Hauptstärke seiner Gründe war: Man müsse den Judendas reine (puritanische) Evangelium predigen, um sie für die Kirche

ilisos. kuiZIo-jrulaioa Nr. 284) zu den Gönnern der Juden gehörte. Aus diesemBerichte haben alle Späteren, auch Tovey a a. O. geschöpft. Der ganze Berichtist deutsch wiedergegeben in 1?s.nbköoii ^.nabaxbisbiaum, x. 235 fg. In Bezugauf die Zeit der Commissionssitznng heißt es das., die Commission sei am4. December 1655 zusammengetreten und hätte wöchentlich 2 bis 3 Tage, bisauf den 18. berathcn. Die Namen der Commissionsglieder sind daselbst ver-zeichnet, bei den Späteren haben sich einige Corruptelen eingeschlichen. DaßCromwell zuletzt noch sein Factotum HuZb t?sbsr8 und andere hinzuge-zogen hat, berichtet der Sammler der Orornrvslliana x. 154.