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Geschichte der Juden.
Ein solches festes und enges Zusammenhalten war den Erzfeindender Juden gegenüber, die unsterblich sind wie die Vorurtheile und dieBosheit, durchaus geboten. Der Aufschwung der Inden seit ihrer Ent-fesselung, welcher die Mißgunst erregte, hat ihnen namentlich in Deutsch-land und Oesterreich noch neue Feinde gemacht. Ganz besonderswerden sie von einer Partei ingrimmig gehaßt, welche das Mittelaltermit seiner Knechtung und Geistesverdnnkelung wieder heraufzuzaubernwünscht. Man nennt sie in Deutschland die „kleine, aber mächtigePartei." Ihr Prophet war ein jüdischer Apostat, Friedrich Stahl,welcher ihr einige Gedankenfetzen und Stichwörter, von denen sie zehrt,wie: „die Wissenschaft muß umkehren" — „Autorität, nichtMajorität" geliefert hat. Zu ihrem Programm gehört auch diesystematische Judenhetze. Das Organ dieser Partei Z machte das Kreuzzu seinem Symbol, aber nicht die Liebe und nicht die Demuth undnicht die Wahrheit zu ihrer Devise. Diese Zeitung steckte mit ihrennie verstummenden Beschuldigungen und Hetzereien gegen Inden undJudenthnm Jahr aus Jahr ein verwandte Kreise außerhalb Deutsch-lands an.
Ein anderer Erzfeind ist für die Juden in den letzten Jahr-zehnten aufgetaucht, nicht unter dem Zeichen des Kreuzes, sondern unterder Marke der Rassenüberhebung. Ein Phrasenheld hatte in die Tages-litteratnr ein zündendes Wort hineingeworfen, daß die angeblichen Ab-kömmlinge von Sem: die Juden, Araber und andere sprachverwandteVölkerschaften, Semiten genannt, an Geisteskraft, Leistungsfähigkeil,schöpferischer Erfindungsgabe tiefer stünden, als die Arier, die indo-europäischen Völkerschaften. Die Semiten oder richtiger die SöhneIsraels, haben zwar der civilisirten Welt einen Gott, eine höhere mora-lische Gesittung und die eine solche Gesittung immer von Neuem weckendeheilige Schrift gebracht; aber diese Segensspenden werden von denWortführern der Rassen-Entzweiung geringer geschätzt, als die Güterder Arier. Aus dieser verderblichen Vorspiegelung entnahmen dieJudenfeinde — sie nennen sich heute Antisemiten — die Berechtigung,die Juden zu ächten, und sie allenfalls in untergeordneter Stellung alsGäste zu dulden, da die Erde und ihre Fülle von Rechtswegen denAriern gehöre. Dieser künstlich genährte antisemitische Rassenhaß,welcher in Frankreich geboren, in Deutschland großgezogen wurde undüberallhin gefördert wird, hat den mittelalterlichen Geist der Beschul-digung gegen die Söhne Jakobs, als Christenmörder, wachgerufen und
wie genannte drei Verbindungen, und hat überhaupt nur ein verschwommenesProgramm.
r) Tie neue Preußische Zeitung, gewöhnlich die Kreuzzeitung genannt.