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Geschichte der Juden.
Leib des Mädchens war nur mit Blut bestrichen. Der angeklagteJude wurde vollständig freigesprocheu, und ein, selbst vom Staats-anwalt erwähntes Gerücht beschuldigte zwei Christen aus Düsseldorf,den Kindern diese schreckliche Anklage eingegeben zu Habens.
In Rheinpreußen kam die Wahrheit und die Unschuld der Judenin kurzer Zeit an den Tag. In Damaskus und Rhodus dagegendauerte es lange Zeit, weil teuflische europäische Christen geflissentlichein solches Gewebe von Lügen darüber breiteten, daß selbst Harmlosedadurch getäuscht wurden. Vergebens rangen die mißhandelten Judendie Hände und wendeten sich an ihre europäischen Brüder mit derBitte, ihnen vermöge ihrer günstigeren Stellung beizustehen. Es wurdediesen außerordentlich erschwert, die Wahrheit ans Licht zu ziehen unddie Bosheit zu entlarven. Religiöser Fanatismus, Judenhaß undPolitische Parteileidenschaft mischten sich ein, um die Lüge eine Zeit-lang trinmphiren zu lassen. Die Finsterlinge bedienten sich Gütten-bergs Kunst, die sie im Grunde ihres Herzens verabscheuten — derenvierhundertjähriges Jubiläum gerade damals gefeiert wurde —, um eineAnklage gegen die Gesammtjudenheit, als sei sie lüstern nach christ-lichem Blute, in die Welt zu schlendern.
Ratti-Menton sorgte nämlich auch dafür, daß in französischenZeitungen ein Bericht aus Damaskus in seinem Sinne und mit seinerFärbung der europäischen Welt vorgeführt wurde: die Inden hätteneinen Pater und seinen Diener ermordet und das Blut aufgesammelt,um sich dessen zu ihren ungesäuerten Broden für das Osterfest zu be-dienen. Den Leichnam des Einen hätten sie in den Kanal ihresQuartiers und des Andern in den Keller eines Juden geworfen. Siehätten eingestanden und bekannt, daß sie das Verbrechen begangen, umdie Mysterien ihrer Religion zu feiern. Ohne Ratti - Mentons Eiferwären die Urheber des Verbrechens nicht entdeckt worden, und ohneseine Dazwischenkunft wäre das Judenviertel und die ganze Bevölke-rung vernichtet worden^). Nicht nur die im Dienste der katholischenGeistlichkeit stehenden Blätter verbreiteten mit Eifer diese Anschul-digung gegen die Juden, sondern auch die liberalen^ um FrankreichsMacht im Morgenlande zu rühmen. Sie gaben sämnuliche von Da-maskus aus entstellt übermittelte Thatsachen für wahr aus. Da dieAugen Europas damals auf die Verwickelung in der Türkei gerichtet
Z Aachener Zeitung, 1840, No. 82.
2) Diese Anklage gegen die Juden erschien zuerst, aus Damaskus ange-zettelt, im Lsmapbors äs Narssills. Die klerikalen Blätter griffen sie schnellauf, und die Leipziger Allgemeine Zeitung verbreitete sie in Deutschland. Auchdie llimss ließen sich Anfangs bethören.