Folterqualen und Märtyrer.
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standen, herbei, Schuldige zu nennen. Er nannte—auf Eingebung —sieben der angesehensten und reichsten Inden: David Arari (Harari),dessen Sohn und Brüder, ferner Mose Abnlafia, Mose Salonikiund Joseph Laniado, einen Greis von 80 Jahren. Sogleich ver-haftet und verhört, stellten die Angegebenen jede Schuld in Abrede.Die Bastonade wurde angewendet; aber da die Henker fürchteten, dieGreise würden den Streichen erliegen, und man würde deren abgeprcßteGeständnisse nicht verwerthen können, so wendeten sie eine andereQual an. Sechs und dreißig (nach anderen 50) Stunden mußten sie,von Soldaten bewacht, aufrecht stehen, ohne Speise und Trank, ohnesich dem Schlafe überlassen zu können. Da diese Qual nicht anschlug,schritten die Wütheriche ans Ratti-Menton's Wink zu mörderischenRuthenschlägen; beim zwanzigsten Schlag sanken die Unglücklichenohnmächtig zusammen. Der französische Consnl ließ nichts destoweniger die Geißelung an ihnen beim Erwachen fortsetzen. Aber allesdas führte kein Geständniß herbei. Scherif Pascha erfand noch eineneue Folter oder führte eine ihm eingegebene aus. Mehr als sechzigKinder zwischen 3 — 10 Jahren wurden den Eltern entrissen, in einZimmer eingesperrt und ihnen die Nahrung entzogen, damit die Mütterschmerzdurchwühlt durch das Wimmern und Wehklagen der KinderGeständnisse, wenn auch unwahre, oblegen mögen. Auch dieses Mittelschlug fehl. Die jüdischen Mütter haben trotz des Erbarmens überihre Kinder die schändliche Anklage mit keinem Hauche bestätigt. Nureine Frau und deren Tochter haben sich vor Schmerz und aus Liebezu ihren verschmachteten Kindern zum Islam bekehrt. Scherif Paschagerieth in Wuth und drohte, es würden viele jüdische Köpfe fallen,wenn der Pater nicht gefunden werden sollte. Mit einer SchaarSoldaten begab er sich (18. Februar) in das Judenquartier, und ließdas prachtvolle Haus David Araris zerstören, um die Leiche desPaters oder auch verdächtige Spuren zu finden. Auch in den Häusernder übrigen Angeklagten richtete er Zerstörung an. Von Schmerzüber so viel Grausamkeit ergriffen, wagte ein jüdischer Jüngling, sichzum Pascha zu begeben und Zeugniß abzulegen; er habe den PaterTomaso kurz vor seinem Verschwinden in den Kaufladen eines Türkeneintreten sehen. Statt diese Spur zu verfolgen, wendete Ratti-Mentonund sein Geheimschreiber Baudin allen Eifer an, diese Stimme ver-stummen zu machen. Der Jüngling wurde so unbarmherzig zer-schlagen, daß er noch in derselben Nacht den Geist anshanchte. Dererste Märtyrer in dieser Tragödie.
Ratti-Menton war unerschöpflich in Mitteln, ein Geständniß vonden Juden erpressen zu lassen. Er ließ einen Versuch mit David