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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die gottesdienstlichen Borträge.

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suchung, nm eine andere Seite der jüdischen Geschichte zn beleuchten.DieGottesdienstlichen Borträge der Juden" wurden in ihrerEntstehung, ihrem Verlaufe, ihrer Erhabenheit und ihrer Entartungentwickelt (1832i). Sie zeigten das Judenthum von einer andernKantenfläche und wollten ebenfalls den augenfälligen Beweis liefern,daß die Juden während des Mittelalters nicht eine rohe Horde ohneGesinnung und Zucht gewesen, wie die Erzjndenfeinde behaupteten, nmsie zn verunglimpfen und ihre Gleichstellung zu Hintertreiben, sonderneine geistesgeweckte Gemeinde, die aus sich selbst eine eigene Kulturerzeugt und an der allgemeinen regen Antheil genommen hat.Seitfrüher Zeit finden wir in der Verfassung des jüdischen Volkes Ver-anstaltungen getroffen, um dem in Lebensmühen und Jrrthum ver-senkten oder vom Sinnenrausch und roher Begierde gefesselten Menschendas Göttliche nahe zn bringen. Sabbat- und Festfeier, Opfer und heiligeVersammlungen, gemeinschaftliche Andachten und Gesetzes-Unterweisungensollten Trost dem Sünder, dem Schwachen eine Stütze, Allen Be-lehrung gewähren und in der Mitte der Nation, wie in der Brustdes Einzelnen ein heiliges Feuer des Glaubens und der Vaterlands-liebe bewahren. Jahrtausende sind seitdem vergangen, die Inden habenlängst Selbstständigkeit und Vaterland verloren; aber bei dem Unter-gänge aller Institutionen blieb die Synagoge als einziger Trägerihrer Nationalität; dorthin floh ihr Glauben, und von dorther em-pfingen sie Belehrung für ihren irdischen Wandel, Kraft zur Aus-dauer in unerhörten Leiden und Hoffnung ans eine künftige Morgen-röthe der Freiheit. Der öffentliche Gottesdienst der Synagoge warddas Panier jüdischer Nationalität, die Aegide des jüdischen Glaubens" ^).

Die Gebetform und die Predigt wurden in dieser eigenartigenSchrift in ihren vielfachen Gestaltungen von der Markscheide der bib-lischen und soferischen Zeit an bis zu ihrer Ausbildung, ihrem Verfallund ihrer Wiederverjüngung vorgeführt. Es war die erste gediegene,zwar trockene, aber belegreiche Arbeit eines jüdischen Schriftstellerswie sie der deutschen Gelehrtenzunft zusagt. Sie zeigte da eine Füllevon Thatsachen, von der man bis dahin nichts gewußt oder keine rechteVorstellung gehabt hatte. Sie machte daher einen bleibenden Eindruckund wirkte ihrerseits fruchtbar anregend. Sie hat ihre große Be-deutung in dem Aufbau der jüdischen Wissenschaft. Diegottesdienst-

1) Zunz, die gottesdienstlichen Vorträge der Juden, historisch entwickelt.

Ein Beitrag zur Alterthumskunde und biblischen Kritik, zur Litteratur undReligionsgeschichte, Berlin 1832. f2. Ausl., herausgeg. von N. Brüll, mit

einem Vorwort von M. Steinschneider, Franks, a. M. 1892.)

2) Das. S. I (1. Ausl.)

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