Rapoport.
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danken zwischen Meister nnd Jünger kamen sie gemeinschaftlich aufwichtige Ergebnisse, und zuletzt wußten sie nicht mehr, aus wessenGeist sie geflossen waren, oder vielmehr sie haben beide gemein-schaftlich zur Enträthselnng derselben Dunkelheiten beigetragen. Darumweiß die Nachwelt bei vielen Ergebnissen ihrer gemeinsamen Forschungennicht, welche dem Meister, nnd welche dem Jünger angehören. Dieseergiebigen Gespräche zwischen Krochmal und Rapoport waren die Ge-bnrtszeit der jüdischen Wissenschaft nach der geschichtlichen Seite hin.
Indessen bei aller Gemeinsamkeit der Entdeckungen zweigte sichdoch, so wie beide zur Reife des Bewußtseins gelangten, das Gebietihrer Forschung verschieden ab. Krochmal hatte mehr Vorliebe fürdas Allgemeine und Encyclopädische; das Einzelne diente ihm nurals Beleg und Bewährung. Rapoport dagegen hatte ein tieferesInteresse für einzelne Züge, besonders für das Biographische; All-gemeines lag ihm fern. Krochmal legte schon in der Jugend einWerk an, das einen Ueberblick über die Enrwickelung der Gedankenim Judenthume, über die abwechselnden Erscheinungen von Aufleuchtenund Verdunkeln derselben gewähren sollte. Rapoport sammelte eben-falls von Jugend au, aber ein biographisches Werk über die Trägerdes Judenthums und seiner Ideen *).
Indessen da diese mühsame Arbeit viel Zeit und Hingebungerforderte, Rapoport aber nicht Herr seiner Zeit war, so reiften dieFrüchte seiner Forschungen sehr langsam. Als er aber hinter ein-ander sechs Biographien (1828—31 2 ) mit einer Fülle lichtvoller Aus-führungen und Andeutungen lieferte, so war damit die Bahn für diegründliche Erkenntnis; der innern Geschichte des Judenthums und desjüdischen Stammes eröffnet. Rapoport zeigte ans eine unwiderleglicheWeise und auf festem wissenschaftlichen Grunde, daß die großen Trägeroder Tonangeber des Judenthums im Mittelalter, weit entfernt, dasLicht der freien Erkenntniß zu scheuen, es vielmehr angezündet undunterhalten haben. Er zeigte, daß gerade zur Zeit, als die europä-ischen Völker noch im mittelalterlichen Dunkel tappten, die Juden be-
9 Krochmal arbeitete von Zugend auf an seinem Werke sLi.i 'rwi rnw, daserst nach seinem Tode, 1851 von Zunz herausgegeben wurde. Rapoport bemerktschon in der Einleitung zu seiner hebräischen Uebersetzung des Racine'schen DramaEsther, 1827, daß er seit langer Zeit ein biographisches Werk ov -r-tn angelegt habe.
') In der von Schalom Kohen gegründeten Zeitschrift c-mpn 'iiro erschienendie Biographien von Saadia Gaon, Nathan b. Jechiel, Hak Gaon, Eleasar Kalir,Chananel und Nissim von Kairuan. Seine Erstlingsarbeit über die Juden vonChaibar (1823) zeigte noch nicht wissenschaftliche Bedeutung. sEin bibliographischesVerzeichnis; seiner sämmtlichen Schriften, zusammengestellt von Halberstam undKaufmann, enthält das „Centenarium rc.", S. 414 f. (im Ganzen 110 Nummeriy.jGraetz, Geschichte der Juden. XI. 29