Nachmal Krochmal.
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an ihn, um ihn als Rabbiner zu berufen. Er galt als einer derHauptträger der jungen jüdischen Wissenschaft und zählte in Deutsch-land viele Bewunderer.
Der empfänglichste und begabteste seiner Jünger, SalomoJehuda Rapoport (geb. in Lemberg 1790, st. in Prag 1867 *), machteihm den Vorrang streitig und verdunkelte ihn zum Teil durch seine mehrergiebigen Leistungen. Rapoport stammte aus einer sehr angesehenenaltjüdischen Familie, einem Stamme gelehrter Rabbiner, von dem sichein Zweig von Italien »ach Polen verpflanzt hatte. In seinemWesen und seiner Erscheinung war eine Art angestammten Adelsnicht zu verkennen. Von herzgewinnender Milde, lächelnd heiteremSinne, harmlosem Witz und Geselligkeitstrieb, war Rapoport in jederGesellschaft eine beliebte, anziehende Persönlichkeit. Er hat durchdiese Eigenschaften die Strenge seiner erstaunlichen Gelehrsamkeit ge-wissermassen gesänftigt. Seine Jugenderlebnisse waren nicht besondererArt. Er wurde frühzeitig in die Pforten des Talmud eiugeführt undwurde vermöge seines außerordentlichen Gedächtnisses und durch-dringenden Scharfsinns in diesem Labyrinth heimisch. Frühzeitigwurde er auch in das Eheleben eiugeführt, als Schwiegersohn einerder letzten rabbinischen Autoritäten Polens (Arje Löb ha-Kohen"),des Verfassers eines rabbinischen Werkes, nach dem er selbst benanntwurde. Es war bekanntlich die größte Ehre, die einem gelehrtenPolen widerfahren konnte, wenn sein Name über seinem Werke ver-gessen wurde.
Frühzeitig wurde Rapoport aber auch der talmudischen Gelehr-samkeit halb untreu, indem er ihren Nebenbuhlerinnen, der Wissen-schaft und der Dichtkunst, huldigte. Sein Schwiegervater, der in demWunderkind eine einstige talmudische Größe erhoffte, ahnte nicht, daßder gereifte Rapoport mehr für die Hebung der damals in Polennoch ganz tief verachteten jüdischen Wissenschaft als für die strengrabbinische Gelehrsamkeit leisten werde. Er hätte, wenn er es nurim entferntesten hätte vorhersehen können, dem, den die polnischenStockfrommen später als einen halben Abtrünnigen betrachteten, schwer-es Rapoports Biographie ist noch nicht zusammengestellt. Einzelnheiten hatLetteris in den Biographien Krochmal's und Erter's mitgetheilt. (Vgl. A. Porjes,.nun' i>Str> 111811 in der Zeitschrift iiiri, Jahrg. II. (1869), auch 1871 in Wienals S. A. erschienen. Centenarium S. L. Rapoports, Festgabe zum 108. Geburts-tage Rapoports, herausgeg. v. I. S. Bloch und David Kaufmann (Wien 1898).j
2) Arje Löb b. Joseph ha-Kohen, Rabbiner von Strie, wird genannt nachseinem ersten Werke ivm ivrp, gedruckt 1788—1796. Er schrieb außerdem noch2 M 182 'wn (1815 —1825) und uiipow mr (1804). (Vgl. Zedner, S. 54. 346.u. Roest, Rosenthalsche Bibl., Anh. Nr. 17. 18.)