Die Juli-Revolution.
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Stammeseriunerungcn halb und halb entfremdet; der patriotische Fran-zose hatte den Inden in ihm in den Hintergrund gedrängt. ObwohlSohn eines vollendeten Künstlers in der hebräischen Sprache, verstander diese nicht mehr nnd wünschte, daß sie unter den Inden ganz undgar vergessen werde Z. Laon Halevy theilte die Verirrung seiner Zeit.Diese Einseitigkeit, dieser Grenzpfahl-Patriotismus — welcher dieForderung stellte, daß der deutsche Jude vor allem ganz Deutscher,der französische ganz Franzose sei, nnd so durch ganz Europa und dieübrigen Erdtheile — erhielt durch eine unerwartete Wendung einen Stoß.
Vor den Augen des bis zur Stumpfheit ernüchterten Europa ge-schah ein geschichtliches Wunder, das es von einem Ende zum andernaufrüttelte. Plötzlich zuckte im Westen ein Blitz aus heiterem Himmel,ein Donnerschlag, ein schreckliches Krachen folgte, als wäre das Endeder Welt erschienen; die Revolution der Juli-Tage (1830) war gerade-zu ein Wunder. Niemand hat sie geahnt, geschweige denn vorbereitet.Selbst diejenigen, welche sie vollbrachten, bekämpften, leiteten und ver-fälschten, waren nur von einem dunklen Drange getrieben, hatten keinBewußtsein von ihrem Thun, waren nur blinde Werkzeuge in derHand des Geschichtslenkers. Eine Köuigsfamilie, welche mit den Je-suiten ein Bünduiß geschlossen hatte und die Freiheit für immer Nieder-halten zu können glaubte, hatte, einzig und allein von gespensterhafterFurcht verfolgt, die Flucht ergriffen. Die Lilien des Hauses Bour-bon, die trotz ihrer Beflecktheit ihre Kronen hochmüthig und keck wiegten,verdorrten an einem heißen Tage, in einem einzigen Augenblick. AllePläne, den Zeiger der Geschichte um Jahrhunderte zurückzustellen, dieMenschen wieder zu verdummen und zu knechten, waren wie ein Traumverschwunden. Eben so unerwartet wie der Fall der Bourbonen wardie Erhöhung ihres Erben, des Gründers des Bürgerkönigthums, desersten von denen, welche, wie man sagt, die Krone von den Barri-kaden und aus dem Straßenkothe aufgehoben haben, des ersten derFürsten, der mit der Freiheit schön that. Wie Saul hatte sichLudwig Philipp, als er zum König ausgerufen werden sollte, ver-steckt gehalten — wenn auch nicht gleich jenem aus Bescheidenheit.Dieser plötzliche Umschwung, diese wunderbare Selbstbefreiung einesgroßen Volkes, die ohne Blutvergießen und Schreckensherrschaft aus-geführt wurde, brachte eine tief greifende Umstimmung hervor. Die
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