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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Geschichte der Juden.

Liebe zu den Juden, sondern aus Gemüthsweichheit, Starrsinn undBorsicht für Erhaltung eines Gegengiftes gethan Habens. AlleinHeine täuschte sich selbst über die Natur seines Gefühls für Judenund Jndenthum. Allerdings den Gott Israels hatte ihm das un-gläubige Zeitalter und die Philosophie des Hierophanten Hegel weg-geklügelt, der das von ihm gefundene Maß von Wahrheit mit einergroßen Menge Unwahrheiten gemischt und die Jugend durch Sophi-stereien gegängelt hatte. Aber Heine glaubte an das Vergeltnngsrechtder Geschichte, an den Geist der Vorsehung, der sich in ihr offenbart,und das war der Zauber, der ihn zum Judenthume hinzog.

Entschieden äußerte sich seine Anhänglichkeit an das Judenthumunter dem verzeihlichen Hasse gegen die Peiniger und Verächter seinesStammes, gegen den Erzfeind, welcher das Heil vom Jndenthumempfangen hatte und es dafür einkerkerte und anspie. Heine's Anti-pathie gegen die Kirche war tief und unversöhnlich ^). In das WortEdom hat er, im zuckenden Nachempfinden der alten Schmerzen,welche die Juden von dem heidnischen und christlichen Rom erduldeten,eine Welt von kochendem Jngrimme gepreßt: In einem Gedichte an

Edo m spottete er:.

Ein Jahrtausend schon und längerDulden wir uns brüderlich;

Du, Du duldest, daß ich athme,

Daß Du rasest, dulde ich.

Manchmal nur in dunklen ZeitenWard Dir wunderlich zu Muth,

Und die liebefrommen LätzchenFärbtest Du mit meinem Blut.

Jetzt wird unsere Freundschaft fester,

Und noch täglich nimmt sie zu;

Denn ich selbst begann zu rasen,

Und ich werde fast wie Du°)."

Noch mehr haßte Heine die Fahnenflüchtigen, die Ueberläufer,die Juden, welche um Vortheils willen ihren Leidensgenossen denDas. S. 103.

2 ) Noch im Jahre 1836 schrieb er an seinen Freund Moser:Ich hasse diechristliche Lüge in der Poesie eben so sehr, wie im Leben", das. Bd., II, S. 94.Es leben noch Zeugen, die öfter von ihm auf seinem Siechbette hörten, daßihm das Judenthum theuer sei. Er trug sich mit dem Plane, einen Roman:Die Herzogin von Kosel" zu schreiben, welche eine besondere Vorliebefür das Judenthum hatte und sich von Bodenschatz Uirks L.bob und anderehebräische Piecen übersetzen ließ (Meißner, Charaktermasken, II, S. 113.) EinigeTage vor seinem Tode sagte er zu einem Freunde: »cks suis rsvsuu ä ckslwvsli«(Uuivsrs Israslits, Jahrg. 1856, x. 349.)

Brief an Moser B. II, S. 180, auch in die Liedersammlung ausgenommen.