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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Heine.

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hütete er sich strenge vor der Verletzung der rituellen Vorschriften.Er lernte zwar nicht so viel hebräisch wie Börne, aber weil er dasWenige mit Liebe in sein Inneres ausgenommen hatte, blieb es ihmeingegossen, und er vergaß es auch später nicht, während es Börne ausseinem Gedächtniß gänzlich verwischtest. Seine trotz aller Spöttereiennie ganz erloschene Liebe zum Judeuthume und besonders sein tiefesVerständniß für dasselbe stammen aus den trauten Jugenderinnerunge»,die ihm wie süße, angenehme Träume unvergeßlich blieben. Auch derZauber des innigen jüdischen Familienlebens erfüllte seine Seele undbefähigte ihn, den richtigen Maßstab an das anzulegen, was dieMenschen Tugend und Glück nennen, s Das, was dem Dichter erstdie rechte Weihe giebt, ein tiefempfundenes Unglück, fehlte Heine nicht,und es machte seine Seele zugleich elegisch weich und philosophischfest, offenbarte ihm die Dinge in ihrer Wirklichkeit und lehrte ihndas Wesen vom Scheine unterscheiden. Heine war von seiner Jugendan recht unglücklich. In einer idealen Atmosphäre erzogen, mit derklassischen Litteratur vertraut und von lieblichen Träumen umgaukelt,mußte er wegen der unzulänglichen Mittel seiner Eltern sich der Prosaeiner Geschäftstätigkeit zuwendeu und noch dazu in zwei der sogenanntenfreien Städte, Frankfurt und Hamburg, wo die kaufmännische Eng-herzigkeit heimisch war und dem Idealismus Todfeindschaft nachtrug.Heine's Kinderangen hatten die ausgehende Freiheit unter französischerHerrschaft auch in seiner Geburtsstadt gesehen; die Gleichheit derJuden in der christlichen Gesellschaft war eine feste Thatsache geworden,und er wurde gerade nach denjenigen beiden Städten verschlagen, wo diePatricier mit Verbissenheit die Juden in die alte Knechtschaft schmiedetenund in die alte Schmach zurückschleuderten. Verfehlter Beruf in demBankgeschäfte, das er in Hamburg errichtete (1818 bis Frühjahr 18!9),und das kläglich endete, der Stachel unglücklicher Liebe, den ihm eineBase ins Herz gestoßen, die Abhängigkeit, in die er von seinem reichen,edlen, aber launenhaften Oheim Salomon Heine gerieth, derZwang, der ihm auferlegt war, die trockene Rechtswissenschaft,dieeisernen Paragraphen selbstsüchtiger Rechtssysteme," in sich aufzu-uehmen, wozu er nicht die geringste Neigung hatte, alles dieses zu-sammeugeuommen, das kurz nach einander auf ihn einstürmte, erfülltesein Inneres mit tiefem Schmerze. Heine war recht unglücklich, undum so unglücklicher, als er vermöge seiner dichterischen Feinfühligkeitund seiner glühenden Phantasie die Enttäuschung tiefer empfand und

st Es ist Aufschneiderei von Herrnmnn Schiff, S. 1t, daß Heine niemalshebräisch gelernt habe und den Segen über die Thora nicht habe sprechen können.