Acktes Kapitel.
Börne und Heine.
Börne's und Heine's jüdischer Kern. Börne s Leben, Bildungsgang und Charakter.Sein Verhältnis; zum Judenthum. Sein Freiheitsdrang. Seine Neigungzum Katholicismus vor seinem Tods. Heine, sein Lebensgang, seine religiöseErziehung und seine unglücklichen Jünglingsjahre. Sein Verhalten zumJudenthum. Die Juden in Polen, von Heine geschildert. Heine's Bitter-keit gegen die herrschende Religion. Der Almansor. Der Rabbi von Bach-arach. Michael Beer und sein Paria. Heines Taufe und die eigenen Glossendarüber. Seine Ansichten über Juden und Judenthum in der Jugend undim Alter. Börne's und Heine's Einfluß auf die Litteratur und den Geist.
(1819 — 1830 ).
Gehören auch Börne und Heine in die jüdische Geschichte?Allerdings! Es floß nicht bloß jüdisches Blut in ihren Adern, sondernauch jüdischer Saft in ihren Nerven. Die Blitze, die sie bald inregenbogenartigen Farben, bald in grellen Streifen über Deutschlandflammen ließen, waren mit jüdisch-talmudischer Elektricität geladen.Sie haben zwar Beide sich äußerlich vom Jndenthume losgesagt,aber nur wie Kämpfer, die des Feindes Rüstung und Fahne ergreifen,um ihn desto sicherer zu treffen und ihn desto nachdrücklicher zu ver-nichten. So waren sie Heuchler? Man mache die Lauheit oder
Einfalt der halben Dorfpfarrer verantwortlich, die sie mit dem Tauf-wasser besprengten, ohne sic um ein aufrichtiges Glaubensbekennlnißzu befragen! Trotz des Taufwaffers haben ihre Gegner sie als Juden xbetrachtet und beschimpft. Und in der That hing einer von ihnenungeachtet seiner wechselnden Stimmungen im Herzen dem Judenthumaufrichtiger an, als die Friedländers, die sich als dessen Vertreter ge-bärdeten. Diese beiden reichbegabten Persönlichkeiten, die man unge-achtet ihrer innern Verschiedenheit, wie Schiller und Goethe, alsein Zwillingspaar ansehen kann, haben den mittelalterlichen Qualm, dendie Deutschen künstlich, um das Licht zu verdunkeln, um sich anhäuftenmit ihrem blitzartigen Geiste durchbrochen und dem reinen Lichte wiederZutritt verschafft. Witz und Geist, für die außer Lessing nur Wenigein Deutschland bis dahin das rechte Berständniß gehabt hatten, machtensie in der deutschen Litteratur heimisch und verbannten die deutsche