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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Judenfressern in Deutschland.

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z. B. auf dem platten Lande gar nicht und in den Städten nur dannzum Bürgerrecht zngelassen werden sollten, wenn sie dem Talmudfeierlich abschwören würden ^). Das war der Dritte. Ein VierterformulirteDeutschlands Forderungen an den deutschen Bund" undbrachte auch seinen frommen Wunsch in Betreff der Juden an, dieer nicht schlimm genug schildern konnte: sie seien in Ueberflußlebende Pensionäre des Staates, sie vertheidigten das Vaterland nicht,sie dienten ihm nicht in Aemtern n. s. w. Ein Fünfter, Friedrichaus Frankfurt (gegen Februar 1816), zeigte in einer SchriftDieJuden und ihre Gegner, ein Wort zur Beherzigung für Wahrheits-frennde gegen Fanatiker" noch mehr Haß gegen die gebildeten Judenals gegen die ungebildeten. Als Frankfurter Bürger und Geistlicherwünschte Friedrich selbstverständlich die Erniedrigung der Inden, sogarihre Ausschließung vom Kriegsdienste. Es ist ermüdend und zugleichbeschämend, die vielen Schriften, welche damals gegen sie in dieOeffentlichkeit geworfen wurden, anzuführen und ihre Bosheit, Ver-logenheit und Dummheit zu beschreiben ?). Sie wiederholten alle die-selben Schlagwörter: die Inden seien ein Krebsschaden oder eine Pest-beule der Deutschen, ein Staat im Staate, ein Schmarotzerstamm.Ein Judenfeind führte immer den andern als Autorität an.

Am giftigsten war die Schrift eines Arztes und Professors derNaturwissenschaften in Heidelberg: I. F. Fries:Gefährdung desWohlstandes und Charakters der Deutschen durch die Juden" (Sommer1816), worin er behauptete, daß man die Juden zum Laude Hinaus-weisen, ja, daß diese Kaste mit Stumpf und Stiel ausgerottet werdenmüsse, indem sie offenbar unter allen geheimen und politischen Gesell-schaften und Staaten im Staate die gefährlichsten seien.Fragt docheinmal Mann für Mann herum, ob nicht jeder Bauer und jederBürger sie als Volksverderber und Broddiebe haßt und verflucht!" Die Juden hätten über die Hälfte des ganzen Frankfurter Kapitalsin ihre Hände zu bringen gewußt.Laßt sie »ur uoch 40 Jahre sowirthschaften, und die Söhne der christlichen ersten Häuser mögen sichals Packknechte bei den jüdischen verdingen." Es ist erstaunlich, daßnicht schon damals bei so leidenschaftlicher Aufstachelung der Menge

') Klüber, Uebersicht der diplomatischen Verhandlungen des Wiener Con-gresses rc. S. 389 ff. 395.

2) Die Literatur ist zusammengetrage» bis l8I9 bei Lips, Staatsbürger-recht der Juden, 1821, S. 14 sf. Holst, Judenthuni in allen dessen TheilenAns.;Rönne und Simon a. a. O., S. 31 f. mit mancher Ungenauigkeit; Jost, Ge-schichte der Israeliten X, 1, S. 48.