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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Judenfresserei in Deutschland.

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Deutschlands erschollen zu gleicher Zeit mannigfaltige Stimmen gegendie Juden mit ganz bestimmter Aufforderung an das Volk oder anden deutschen Bund, die Juden zu knechten oder gar zu vertilgen.Zeitungen und Flugblätter hetzten gegen sie, als wenn Deutschlandoder die Christenheit nur durch den Untergang der Juden gerettetwerden könnte. Die spießbürgerlich beschränkten Schulfüchse glaubtenes allen Ernstes und die Volksverführer machten es glauben. In dieswiderliche Gebrülle, das mehrere Jahre hindurch in leidenschaftlicherSteigerung ertönte und zuletzt in Rohheit ansartete, mischten sich stetsschrille Stimmen aus Frankfurt, welche das Gewissen des deutschenVolkes übertänben wollten. Bald war es der Charakter der Juden,bald ihr Geschichtsgang, bald ihre Neigung zum Handel, bald derTalmud oder gar die Bibel selbst, welche die Juden nicht nur zurEinbürgerung untauglich, sondern auch zum Krebsschaden am deutschenVolksorganismns machen sollte. Längst widerlegte Anschuldigungenund Unwahrheiten wurden wiederholt, offenkundige Thatsachen Lügengestraft. Den Reigen eröffnet? wieder (Januar 1816) der Geschichts-professor an der Berliner Universität, Friedrich Rühs, mit seinenunwahren Behauptungen und unsinnigen Folgerungen. Seine juden-feindlichen Zeitungsartikel verwandelte er auf Anrathen Gleichgesinnterin eine selbständige Schmähschrift nnd fügte neue Verdrehungen hinzu.Moldenhawer,.ein dänischer Judenfeind, der einzige in diesem Staate,welcher die Emancipation der dänischen Juden Hintertreiben wollte,hatte sich zur Aufgabe gestellt, die Geschichte der Juden in Spanienaus sachlicher Unkenntnis) und bösem Willen zu verunglimpfen. Daswar Wasser auf Rühs' Mühle. Er übersetzte diese ungeschichtlicheGeschichtsabhandlung und fügte sie seiner Schmähschrift hinzu: Diepolnischen Juden, die Träger der Unkultur, welche mit den spanischen,den Trägern der Kultur, das Eine gemeinsam hatten, daß ihnen ver-hältnißmäßig mehr als anderswo Spielraum gelassen war, stellte Rühsneben einander, um beide grauenhaft zu schildern, daraus Schluß-folgerungen für den verdorbenen Charakter der Gesammtjndenheit zuziehen und ihre Unverbesserlichkeit zu beweisen. Die Erstercn hättenSpanien unglücklich gemacht, und darum wären sie verjagt worden,behauptete er, während auch der beschränkteste Kopf einsieht, daß diesesschöne Land erst nach und in Folge der Vertreibung der Akatholikenso tief gesunken und ein großes Bettelkloster geworden und bis auf denheutigen Tag geblieben ist.

An den Juden Polens konnte Rühs ungestraft lauter Schatten-seiten hervorkehren; er verschwieg boshaft diejenigen Schilderungenvon diesem Lande, welche bei der allgemeinen Verdorbenheit desselben