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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Der Wiener Congreß und die Inden.

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schub finden würden ^). Jakob Barnch scheint sich beim Kaiser Franzauf dieses Versprechen berufen zu haben und fand an Metternicheinen günstigen Fürsprecher. Würdig seines großen Sohnes, hatBarnch seine Aufgabe in uneigennütziger Weise erfüllt und sogar denKostenersatz für seinen langen Aufenthalt in Wien znrückgewiesen. Erund sein wenig bekannter Mitdepntirter überreichten dem Congreß(Oct. 1814) eine Denkschrift, worin die Gründe für das Recht derFrankfurter Juden nach allen Seiten hin auseinander gesetzt sind: dasformelle Recht, daß sie ihre Gleichstellung mittelst einer hohen Summenach bester Form erworben, und das patriotische Recht, daß sie auch ander Befreiung Deutschlands Theil genommen hatten. Hauptsächlichwar es ihnen darum zu thun, die Oberherrlichkeit des Senats übersie znrückznweisen. Denn selbst wenn politische Veränderungen auchRechtsverhältnisse aufheben könnten,* kämen sie nicht in das Schntz-verhältniß der Frankfurter Patricier, sondern unter diejenige Macht,welche das ehemalige deutsch-römische Kaiserthum vertreten würde,dessen besondere Unterthanen sie bis 1806 gewesen wären. DieJuden der drei Hansestädte schickten ebenfalls einen Deputirten, undzwar einen christlichen Vertreter ihrer Sache nach Frankfurt, KarlAugust Buchholz, einen Rechtskundigen, der, obwohl ein Lübecker,aus eigenem Antrieb eine Schutzschicht zu Gunsten der Gleichstellunggeschrieben hatte ^). Hinter der Scene arbeiteten still und unsichtbarim Verein mit den Deputirten einige einflußreiche Persönlichkeiten.Das Bankhaus Rothschild hatte sich durch Umsicht und glücklicheOperationen zu einer Geldmacht emporgeschwungen, an dessen Ver-mögen auch der schnüffelnde Argwohn kein Stäubchen unredlichenGewinnes für judenfeindliche Verdächtigung finden konnte. Dasunermeßliche Privat-Vermögen des flüchtig gewordenen Landgrafenvon Hessen hatte der Stifter des Hauses, Mayer Amschcl Roth-schild, vor der Plünderungssncht französischer Soldaten mit Muth,Klugheit und eigener Gefährdung, wie einen heiligen Schatz behütetund dem zurückgekehrten Eigenthümer zugestellt. Er hatte daher selbstin Frankfurt eine ungetheilte Achtung genossen und war in Folge derGleichstellung in das Wahlcollegium berufen worden. Er starb glücklichnoch vor Beginn der Reaktion (19. Sept. 1812) und hinterließ fünfSöhne^), welche sein Vermögen, seine Achtung und Stellung noch ver-

Gutzkow, Leben Börnes, S. 27, 30. sVgl. über ihn auch Schnapper-Arndtin der Ztschr. f. Gesch. d. Juden in Deutsch!. IV, 2I4.s

2) Karl August Buchholz: lieber die Aufnahme der jüdischen Glaubens-genossen zuin Bürgerrecht, Leipzig, 1816.

") Dieselben waren Anselm in Frankfurt, geb. 1773: Salomon, meistensin Wien, geb. 1774; Nathan, meistens in London, geb. 1777, starb 1836;