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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Das Sanhedrin.

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glieder setzten sich ihrem Alter nach in Halbmondform nach altemBrauch um den Vorsitzenden. Da die Sitzungen öffentlich waren, sopflegten sich viele Zuschauer dazu einzufinden. Die Synhedrialmitgliederwaren angemessen gekleidet, in schwarzer Tracht, mit einem seidenenMäntelchen und einem dreieckigen Hut auf dem Haupte: das warvorgeschrieben, und kein Mitglied durfte anders erscheinen. Ein eigensdazu von Sinzheim verfaßtes hebräisches Gebet ging der ersten, sowie allen Sitzungen voran *). Sinzheims und Furtados Reden, womitdie erste Sitzung eröffnet wurde, waren durchaus der Lage angemessen.Der erstere sprach:Wenn ich meine Blicke auf diese erhabene Ver-sammlung hefte, versetzt sich meine Einbildungskraft um Jahrtausendein jene Zeiten zurück, wo das Volk seinen Ursprung nahm, und meinHerz kann sich eines gewissen Gefühls nicht erwehren, das Ihr ohneZweifel mit mir theilet. Schriftgelehrte und Notabeln Israels! Nochvon den Schlägen der grausamsten Intoleranz zerbrochen, wer vonuns hätte es geglaubt, daß dieser einst noch solche Freiheit für so vieleUnglückliche folgen würde?" Und der Letztere sprach:Ergriffen vonErstaunen und von Hochachtung für die Majestät der Religion, undin meinem Gedächtniß alle die Erinnerungen sammelnd, welche unsereJahrbücher über die schönen Tage der heiligen Stadt hinterlasseuhaben, glaube ich in Ihnen nach einem so langen Verlauf der Jahr-hunderte und der Revolution den erhabenen Gerichtshof zu erblicken,bestimmt, die Auslegung des göttlichen Willens zu unterstützen."

Die zweite Sitzung (12. Febr.) beschäftigte sich mit dem Vorlesender Gesetzesvorschläge, welche das Sanhedrin heiligen sollte, mit derMittheilung von Zustimmungsadressen von verschiedenen GemeindenFrankreichs, Italiens, des Rheinbundes und besonders von den Ge-meinden Dresoen und Neuwied fl und dem Empfang der ausAmsterdam eingetroffenen Sendboten, das Sanhedrin zu begrüßen.Diese wurden von der Separatgemeinde (^.ckat llssodurun) dahinabgeordnet, damit diese Gemeinde durch die Anlehnung an die Ver-sammlung, welche die Aufmerksamkeit von Europa auf sich zog, eingrößeres Ansehen erlange. Die Amsterdamer neue Gemeinde hattesich dazu die Erlaubniß vom König von Holland, Ludwig Bonaparte,erwirkt, der, widerwillig auf den Thron gesetzt, ein eben so großerJudenfreund wie Menschenfreund war. Die drei von dieser Gemeindeabgeordneten Sendboten, der Advokat Asser, der Arzt de Lemonund der Mathematiker Littwak, waren vom König ermächtigt worden^

fl Dieses Gebet ist abgedruckt im Eingänge der Sammlung der Synhedrial-beschlüsse, Paris, 1807, S. 18 ff.

fl 7?ama a. a. O. II., x. 45.