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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Marcus Herz.

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wieder nach seiner Geburtsstadt und wurde in den Mendelssohn'schenKreis hineingezogen. Er wurde aber vielmehr ein Schildträger derKant'schen Philosophie, und es macht seinem Kopfe Ehre, daß er, Einerder ersten, die Wahrheit dieses einzigen unumstößlichen Systems erkanntund selbst gegen Mendelssohn verfochten hat. Herz bildete sich zugleichzum geschickten Arzte aus und übte diese Wissenschaft mit Gewissenhaftig-keit und Hingebung aus. Durch seine Heirath mit Henriette de Lemos zweideutigen Rufes erlangte er als Hilfsarzt seines portugiesischenSchwiegervaters Praxis und Bekanntschaft, und durch seinen schlag-fertigen, treffenden, beißenden Witz und seine vielseitigen Kenntnissewurde er eine bemerkte und gesuchte Persönlichkeit in der PreußischenHauptstadt. Als er philosophische Vorlesungen über die noch neueund wenig verstandene Kant'sche Philosophie hielt, hatte er ausgezeichneteMänner zu seinen Zuhörern, darunter auch den Staatsminister v. Zedlitz.War es in der kürzesten Zeit nicht weit genug gekommen, daß hoch-gestellte Persönlichkeiten sich zu den Füßen eines Inden einfanden, umseinen Belehrungen über die höchsten Wahrheiten zu lauschen, währenddie Michaelis' den Juden in Bausch und Bogen jede Bildungsfähigkeitabsprachen? Später hielt Herz Vorträge über Physik und machte dieüberraschenden Naturgesetze durch Apparate anschaulich. Noch mehrWißbegierige strömten zu diesen Vorlesungen, und der Thronfolgerselbst, der spätere König Friedrich Wilhelm III., und andere Prinzenverschmähten es nicht, in das Haus eines Inden einzutreten und sichvon ihm belehren zu lassen Z. Seine philosophische Klarheit, die ersich von Kant und Mendelssohn erworben hatte, trug dazu bei, seinevielseitigen Vorträge, auch über Medicin, genießbar und beliebt zumachen. Herz war iudeß doch kein selbstständiger Denker, die dunklenWege der menschlichen Erkenntniß durch eigene Lichtgedanken zu er-hellen; aber er verstand es, die tiefen Ideen anderer Denker zu klärenund gemeinverständlich zu machen. Durch seine Persönlichkeit und seinHaus hat Herz einen bedeutenden Einfluß ans den Bildungsgang nichtbloß der Berliner Judenheit, sondern auch christlicher Kreise ausgeübt.

Von der erstaunlich raschen Bildungsfähigkeit der Juden gabSalomon Maimon ein noch eindringlicheres Beispiel. Dieser Pole,mit dem eigentlichen Namen Salomon aus Litthauen oder ansNieszwiesz (geb. um 1753, starb in Siegersdorf, Schlesien, 1800 2 ),

st Mrabsan, inonarvlns prn88ienns, 58, Henriette Herz' Memoirenvon I. Fürst, S. 83. vsnina, ?rn88S litterairs p. 57. I,s äosteur U. Hersäonns äspuis lonA-tsmps ä IZsrlin nu eours Kratnit äs pbz'mgns expsriinsutals, non8 avons vn es gn'ii g' a äs xlns äistinZ'ns äau8 estts vills st ineuis1e8 üls än roi.

st Seine Biographica sind zusammengestellt in seiner Selbstbiographie, Sal.

Graetz, Geschichte der Juden. XI. 9