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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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Die Measfim.

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zum Theil auch die Juden in Polen umschlossen und eine erstaunlichrasche und nachhaltige Kräftigung und Verjüngung zu Wege gebracht.Die hebräische Sprache war fast allen Inden, mit Ausnahme wenigerunwissender Dörfler, bekannt, und darum eignete sie sich so sehr zurVermittlerin der europäischen Cultur. Die zu Tausenden an den ver-schiedenen Lehrstätten den Talmud studirende Jugend nahm allmählich,meistens verstohlen, regen Antheil daran und sog die Neuerungen mitstarken Zügen ein. Es entstand dadurch, verbunden mit der erhofften undhier und da eingetretenen Entfesselung von politischem Druck, eineeigene Währung und Mischung. Altes und Neues flössen zusammenund bildeten gewissermaßen einen geistigen Brei, etwa vergleichbar derZeit, als der Tempel zu Jerusalem eingcäschert, christliche Apostel undalexandrinische Prediger, Gnostiker und Phantasten eine neue Lehreverkündeten, die doch alt sein wollte. Ist es erlaubt oder verboten,neben dem Talmud biblische Studien, profane Litteratur zn treiben,sich mit Philosophie zu beschäftigen, überhaupt sich mit Wissen-schaften (Olloollnwb) zu befassen? Die angesehenen Rabbineu EzechielLandau, Raphael Kohen und andere verdammen es, Mendelssohn undWessely, untadelhaft fromme Männer, erlauben es nicht nur, sondernempfehlen es dringend zur Hebung des Judenthumes. Von den altenverehrten Autoritäten haben es Einige erlaubt und selbst getrieben,und Andere verpönt und sich davon wie von einer verführerischenSünde ferngehalten. Diese gewichtigen Gewissensfragen traten andenkende jüdische Jünglinge heran und erzeugten eine gewaltige Un-ruhe ^). Meistens entschied der Reiz der Neuheit diese Frage, ver-lockte die anziehende Sprache der Vertreter der neuen Richtung, hinund wieder auch die Lust, sich lästiger ritueller Fesseln zu entledigen.Die Zahl der Theilnehmer an der Zeitschriftder Sammler" nahmvon Jahr zu Jahr zu. Mendelssohns Tod legte auch ein entscheidendesGewicht in die schwankende Schale. Seine Jünger und als solchebetrachteten sich sämmtliche Measfim verherrlichten ihn mit HellenFarben, verklärten ihn und seinen ungewöhnlichen Lebenslauf in Prosaund Versen, wiesen auf ihn als auf ein nachahmenswertes Ideal hinund beuteten gewissermaßen seinen Ruhm für ihre Sache aus. Schonging dieser Measfim-Kreis einen Schritt weiter und erweiterte denUmfang seiner Thätigkeit. Nicht bloß ans die Veredelung der hebräischenSprache richtete sich sein Streben, sondern auf Verfeinerung überhaupt.Er nannte sichVerein für Gutes und Edles" ((Lsdratll LolloollarsIm-Nod Nusollija, seit t786), ohne jedoch selbst seinen Endzweck

st S. Einleitung zum IO. Jahrg. des Sammlers.