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Geschichte der Juden.
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Salomo Dubno, seine rechte Hand, abwendig zu machen. DubnosJngendlehrer Naphtali Herz, Rabbiner von Dubno, war damalsnach Berlin gekommen und von Raphael Kohen und Ezechiel Landauauf die Gefährlichkeit der Mendelssohn'schen Uebersetznng für denBestand des Judenthnms aufmerksam gemacht, nahm dieser seinemJünger das Wort ab, mit dem Mendelssohn'schen Kreise zu brechen.Wie der „Derwisch im Nathan" ließ darauf Salomo Dubno plötzlichEhrenstelle und den wohlverdienten Lohn für seine Arbeit im Stichund floh nach der Wüste Polen. Dadurch gerieth Mendelssohn inarge Verlegenheit. Um sein Wort einznlösen und das Werk nicht insStocken gerathen z» lassen, mußte er selbst Hand an den Pentatench-Commentar legen, fühlte sich aber so sehr davon angestrengt, daß erHelfer suchen mußte. In Wessely fand er allerdings einen gesinnnngs-genössischen Mitarbeiter; aber auch dieser mochte nicht die ganze Lastder Arbeit übernehmen, und so war Mendelssohn gezwungen, einenTheil derselben dem Erzieher seines Sohnes Herz Honiberg, undeinem andern jungen Mann, Aaron Jaroslaw ans Breslau, zuübertragen. Ersterer war ihm selbst nicht ganz genehm. Er wußte,daß Homberg in seinem Innern mit dem Jndenthum entzweit warund das heilige Werk nicht in Mendelssohns Sinne, in heiliger Ge-sinnung verrichten würde. Aber es blieb ihm keine Wahl. DurchHombergs Betheiligung daran gerieth die Uebersetznng (vollendet erst1783) bei den Frommen noch mehr in Mißkredit; sie wollten sie ansden jüdischen Häusern verbannt wissen.
Diese Strenge reizte wiederum andrerseits noch mehr. Dieverbotene Frucht schmeckte süß. Die Talmudjünger griffen hinter demRücken ihrer die neue Strömung verkennenden Meister nach der deutschenUebersetznng unv lernten im Versteck daraus zugleich das Elementareund Erhabenste, die deutsche Sprache und Religionsphilosophie, hebräischeGrammatik und Poesie. Sie gewannen dadurch eine neue Weltan-schauung. Der hebräische Commentar diente ihnen als Leitfaden underöffnete ihnen das Verständniß. Wie wenn sie von einem Zanberstabberührt worden wären, wuchsen dieser Jüngerschaar, diesen ansge-mergelten Gestalten des dumpfen Talmndlehrhauses, die Geistesflügel,mit denen sie sich über die düstere Gegenwart erhoben und einen Flughimmelwärts nahmen. Eine unstillbare Sehnsucht nach Wissen be-mächtigte sich ihrer; kein noch so dunkles Gebiet blieb ihnen seitdemverschlossen. Die Geistesschärfe, das rasche Begreifen, das tiefe Ein-dringen, die diesen Jünglingen die Beschäftigung mit dem Talmudin einem so hohen Grade verliehen hatte, machten es ihnen leicht, sichin der ihnen nenerschlossen Welt zu orientiren. Tausende von Talmud-