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11 (1900) Geschichte der Juden vom Beginn der Mendelsohn'schen Zeit (1750) bis in die neueste Zeit (1848)
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6 Geschichte der Juden.

durch ein gedrucktes talmudisches Werk, das auch anßertalmudische,halb verpönte Abhandlungen enthielt. Israel Zamoso war ein guterKopf, verstand trefflich Mathematik, ohne ein Lehrbuch benutzt zuhaben und durch eine Methode geschult zu sein, und fand die wichtigstenBeweise meistens aus eigener Anschauung. Er besaß auch eine gewissepoetische Begabung ^). Aber ihm haftete die grelle Formlosigkeit derpolnischen Inden an; er konnte seine Gedanken in keiner lebendenSprache wiedergeben, es sei denn in der hebräischen. Vermittelstderselben, welche die Inden im Allgemeinen (mit Ausnahme der Portu-giesen) besser als ihre Landessprache verstanden, weckte Zamose einenJüngling zur Pflege der Wissenschaften. Aaron Salomo Gumpertz(Gumperts, geb. lO. December 1723, starb nm 1770), Enkel jenesjüdischen Agenten Elia Gumpertz aus Emmerich (Bd. Xg., S. 241)erlernte von ihm die Elemente der Mathematik Alles in hebräischerSprache und wurde dadurch befähigt, einer der ersten Inden inPreußen, den Doctorgrad zn erlangen. Gnmpertz hatte vermöge derWohlhabenheit seiner Eltern Verbindungen mit gebildeten Christenangeknüpft. Mit Beiden, mit Zamoso und Gumpertz, kam der jungeMendelssohn in Berührung und wurde durch sie zur Ahnung geweckt,daß es außerhalb des Talmud auch eine reiche Welt gebe, die kennenzn lernen einigermaßen lohnend sei.

Der Erstere machte ihn mit Maimunis philosophischem Werkebekannt, das an ihm und durch ihn wahrhaft zumFührer derVerirrten" wurde. Der Geist des großen jüdischen Denkers, dessenAsche mehr als fünf Jahrhunderte in palästinensischer Erde ruhte,kam über den jungen Mendelssohn, hauchte ihm frische Gedanken einund machte ihn gewissermaßen zu seinem Elisa. Was bedeutete fürMendelssohn der lange Zwischenraum so vieler Jahrhunderte? Erlauschte auf Maimunis Worte, als säße er zu dessen Füßen und sögedessen weise Lehren in vollen Zügen ein. Er las und las dieses Buchso lange, daß er, vertieft in diese Gedankenwelt, die Verkrümmung seinesKörpers nicht achtete. Von Zamosc lernte er auch noch Mathematikund regelrechtes Denken und von Gnmpertz Wohlgefallen an derschönen Litteratnr, in welche dieser mit einem Anflug von Narrheit-)

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Nikolai das., Seine moralische Parabel xui.i in (Dyhernfurt 1773, eineEd. anonym, und die andere mit seinem Namen) zeugt auch sür seine poetischeAnlage. sNur die Titelblätter der Ausgaben, welche die Bibl. des jüd.-theol. Seminars in Breslau beide besitzt, sind verschieden.)

") Gumpertz' närrisches Wesen leuchtet hervor ans der Einleitung zn seinemSuper-Commentar zn Jbn-Esras exegetischen Schriften im .ii.-.i: und nichtweniger aus seinem Schreiben an Gottsched; bei Danzel, Gottsched und seine