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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Note 4.

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Da« Martyrium von Lauda und Fulda.

Zunz hat, um einen vollen Eindruck von dem Blut- und Thriinenstrom inder mittelalterlichen jüdischen Geschichte zu geben und dadurch das Verständnißder synagogalen Gebete mit ihren Seufzern zu erleichtern, Leidensannalen an-gelegt und die Judenverfolgungen und Martyrien Jahr für Jahr vom erstenKreuzzug und noch früher bis in die letzte Zeit registrirt (synagogale Poesie,S. 1958). Er wollte, wie er sich so schön ausdrückt, mit demTrauergange"durch die Jahrhunderte die Thatsache constatiren,daß die Geschichte derenropäischen Juden größtentheils nur eine Reihe von Experimenten enthält:welche die Feinde dieser Unglücklichen, um sie zu vertilgen, angestellt haben."Er wolltedie Motive des Zorns und der Erbitterung erklären", welche inden poetanischen Kinot und Selichot Vorkommen, wolltedie Quelle derThränen offnen, die Schmerzen und Wunden zeigen, die Leiden fühlbar, dieFlüche hörbar machen." Der Werth solcher martyrologischen Annalen bestehtnatürlich in ihrer Genauigkeit und Geschichtlichkeit, die Zunz' Gelehrsamkeitaus diesem Gebiete nicht vermissen läßt. Daß auch hin und wieder MißgriffeVorkommen, schmälert das Verdienst dieser großartigen Zusammenstellungkeineswegs und liegt in dem dornenvollen Gegenstand und in der Zerstreutheitder Quellen. Diese nur gerechte Anerkennung darf jedoch die Kritiknicht hindern, Berichtigungen in diesen Annalen anzubringen. Hier will ichein Martyrium, das zu s.iner Zeit viel Aufsehen gemacht und den KaiserFriedrich II. veranlaßt hat, eine Commission von Rechtsgelehrten zusammen-treten zn lassen, um zu entscheiden, ob die Anschuldigung des Menschenblut-gebrauches gegen die Juden gerechtfertigt sei, ins Licht setzen, weil es Zunzganz und gar in Abrede gestellt hat. Dieser bemerkt nämlich (das. S. 29):Im Jahre 1236, berichtet Trithomius (Verf. der Chronik Hirsaugensis), habendie Juden in Fulda einige Lhristenknaben in einer Mühle hingerichtet; dieSchuldigen wurden verbrannt. Der Abt schickte dem Kaiser Friedrich, beiwelchem die Juden klagten, zum Beweise die Leichen nach Hagenau. NachSchannat haben die Juden fünf Knaben ermordet, wofür 34 Juden mit demSchwerte erschlagen wurden.Beide melden die Unwahrheit." Zunz verlegtnach drei übereinstimmenden Selichot dieses Martyrium von 1236 auf Ende1234 und Anfang des folgenden Jahres, wobei viele Juden einfach ermordetund acht gelehrte Männer gemartet und zum Tode verurtheilt wurden. Hierhat Zunz ein Martyrium für ein anderes substituirt und mit Unrecht das vonFulda 1236 geleugnet.

Denn nicht Trithemius und Schannat sind die ersten Quellen für dasMartyrium von Fulda, sondern zwei Zeitgenossen: der anonyme Verf. derXnnalss Urtoräsnsss (bei Pertz rnonnnrsnba. Osrnranias XVI. p>. 31) undein anderer Anonymus bei Urstisius (Osroranias disborioi II. p 91). Durchsie sind Faktum und Datum über alle Zweifel conliatirt. Der Elftere referirt:1236 Hoe anno 5 Xai. ds.nus.rii in sknläs dnässi nbrinsgns ssxus 34a. eines signabis Odrisbisnis sunt psrsurpbi, guoniain äno sx iisäsrn.Inäasis in 8s.net» ciis Odrisbi (nsbsli) erignsäsrn Nolsnciinsrii sxtrarnnros 1ra.dits.nbis . . . guinc^ns xnsros rnissisdiiibsr inbsrslnsrs.nb, aeipsorurn ssnguinsur in sseeis esra linibis snsespsrsnb iUis^ns äonrnisupposibo rsesäsnbss, errjus rsi vsritsbs ooinpsrts. sb ad ipsis rsis