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Geschichte der Juden.
dem die Muse so hold war, scheint, wie viele seiner Kunstgenossen,kein Kind des Glückes gewesen zn sein. Ob seine Bitte Erhör ge-funden hat? Man weiß es nicht, wie denn überhaupt gar nichts ausdem Leben dieses anmuthigen, süßen jüdisch-spanischen Dichters be-kannt geworden ist.
Anderen hervorragenden Juden hat aber der König Don Pedroseine ganze Gunst zugewendet. Sein Erzieher und allmächtigerMinister Don Inan Alfonso de Albuqnerque hatte ihm seineneigenen Agenten, der ihm viele Dienste geleistet, zum Finanzministerempfohlen, und der König übertrug diesem dieses vertrauensvolle Amtohne Rücksicht auf jenen Cortesbeschluß, daß Juden nicht mehr zudiesem Amte zugelasseuwerden sollten lo. S. 289j. Es war Don Samuelb. Mei'r Allavi, aus der angesehensten Toledaner Familie derAbulafia-Halevi. Samuel Abnlafia blieb aber nicht blos Oberschatz-minister (^ssoi-so wazwr), sondern brachte es bald zum Vertrauten(privaäo) des Königs, der bei allen wichtigen Berathungen und Be-schlüssen seine Stimme abgeben durfte *). Seine Verdienste schildern zweiInschriften, die eine bei seinem Leben und die andere nach seinemHeimgang angefertigt, als die eines edlen, schönen Mannes, voll vonreligiöser Gesinnung, „der nie von Gottes Wegen abging, der Tadelvertragen konnte," und auch wohlthätig war. Aber daß er auchjüdische Kenntnisse in Bibel und Talmud besaß, verkünden dieInschriften nicht ^j.
Noch ein anderer Jude verkehrte an Don Pedro's Hofe, Abra-ham Jbn-Zarzal, der des Königs Arzt und Astrolog war. Erund andere Sterndeuter sollen Don Pedro prophezeit haben: vermögeseiner Geburtsconstellation werde er der mächtigste König von Castilienwerden, die glänzendsten Siege feiern, die Mohammedaner überalldemüthigen und zuletzt noch Jerusalem für die Kirche erobern^).Wenn dem so war, so haben die Sterne gelogen. Don Pedro warüberhaupt so sehr von Juden umgeben, daß sein Hof von seinenFeinden als ein jüdischer verschrieen und verlästert wurde. Manweiß nicht, ob er aus eigenem Antriebe oder auf Anregung seinerjüdischen Günstlinge die Juden seines Landes kräftig beschützte. Als
*) Der zeitgenössische Geschichtsschreiber Ayala in seiner Oroniss, zumJahre 1350 o. 16.
2) Diese Inschriften sind in der von ihm erbauten Synagoge, jetzt in eineKirche verwandelt (wovon weiter unten), erhalten und seine Grabschrift in denToledaner Epitaphien ^.dns Lilllluron p, 19 f.
°) 8umvaa.rio cks los Rs^ss äs Dsps-ös, por sl ässxsnssro rns^or äslu rsMs. Dsonor (Vers. Juan Nodriguez de Cuenca, gedruckt Madrid 1781)x. 6l ff.