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Geschichte der Juden.
aber die Geißler dahin kamen, sah dieser Jude den sichern Tod seinerGlaubensgenossen voraus und flehte seinen Gönner um kräftigenSchutz an. Johann sagte ihm denselben gern zu. Allein die Juden-feinde hatten dem bereits entgegen gearbeitet und sich von dem Sohnedes Herzogs Straflosigkeit für das Blutvergießen an Juden znsichernlassen. Dann überfielen sie die Gemeinde von Brüssel in denHäusern, schleiften deren Bewohner ans die Straße und tödteten siesämmtlich, fünfhundert an Zahl^).
Die Gemeinden von Catalonien, welche, nächst denen derProvence, im Pestjahre die ersten Opfer hatten, faßten einen überlegtenPlan, um ähnlichen Ausbrüchen des Fanatismus vorzubeugen. Zu-nächst sollten sämmtliche Juden des Königreichs Aragonien einengemeinsamen Fonds zusammenschießen, um diejenigen unter ihnen,welche bei einem Aufläufe oder einer Verfolgung Schaden erlittenhaben würden, zu unterstützen. Dann sollten sie Deputirte erwählen,welche dem Könige (damals Don Pedro IV.) ans Herz legen sollten,die Wiederkehr solcher Gräuelscenen durch strenge Gesetze zu ver-hindern. Der König sollte vom Papste eine Bulle erwirken, daß dieJuden nicht mehr für natürliche Unglücksfälle verantwortlich zumachen seien, auch nicht dafür, wenn ein Jude wegen einer Hostien-schändung angeklagt werden würde. Der Papst sollte auch ein Dekreterlassen, daß Juden nicht wegen Ketzerei oder wegen Unterstützungchristlicher Ketzer angeklagt werden dürften. Der König sollte ersuchtwerden, den Juden wieder die peinliche Gerichtsbarkeit einzuränmen,um Angeber und Verräther aus ihrer Mitte bestrafen zu können.Die Depntirten, je zwei für Aragonien und Catalonien und einerfür Valencia und Mallorca, sollten Vollmachten bekommen, im Jnterressesämmtlicher Gemeinden zu handeln und namentlich bei Cortes-versammlungen das Wohl ihrer Glaubensgenossen wahrzunehmen undes durchzusetzen, daß jeder Christ, der einen ungerechtfertigten Angriffauf Juden machen würde, des Landes verwiesen werden sollte. Nochandere Erleichterungen und die Abstellung von Bedrückungen undChikanen sollten vom König erwirkt werden. Bei der Abfassungdieses Entwurfes, der in Barcelona ansgearbeitet wurde 1354^), war
Quelle in Carmoly's rsvus orisntals I. x. 169 f. Auch das MainzerMemorbuch nennt aus dem Jahr 1349 neben x-ess nL-v-ri auch xbpM-:,was wohl Brüssel bedeutet.
2) Das höchst interessante Aktenstück hat Scharr mitgetheilt in der Zeit-schrift 0lln1u2 Jahrgang I. (1852) x. 22 ff. Mit Recht vermuthet der Heraus-,geber (das. p. 23 Note 7), daß R' Nissim bei der Berarhung betheiliat waroder sie vielleicht gar angeregt hat. Falsch ist indetz die Angabe desselben,daß der damalige König von Aragonien Alfonso IV. gewesen sei.