Gemetzel in Oppenheim und Frankfurt. 341
Die Bürger von Worms erlitten nicht nur bedeutenden Schadendurch die Fcuersbrunst, die durch den Brand der jüdischen Häuserentstanden war, sondern geriethen auch in Händel mit einigen Herrenund Rittern wegen der Ansprüche, welche dieselben an die Judengehabt und eingebüßt hatten. Diese wollten an der Stadt Rachewegen der Vertilgung der Juden nehmen, obwohl der Kaiser Karldie Bürger von jeder Schuld freigesprochen hattet- Der Rathverkaufte, um sich Ruhe zu verschaffen, die übriggebliebenen Grundstückeder Juden und beschwichtigte den edeln Zorn der Herren Ritter mitGeld 2).
Auch die Juden zu Oppenheim verbrannten sich freiwillig, umnicht als Giftmischer gemartert zu werden tgegen Ende Juli^). DieGemeinde von Frankfurt, obwohl auch auf sie der Blick der Mördergerichtet war, blieb so lange verschont, als die Gegenkaiser, Karl IV.und Günther von Schwarzburg, in dieser Gegend einander bekämpften.Der Letztere hatte in Frankfurt seine Hofhaltung. Als dieser gestorbenund beerdigt und auch der Kaiser Karl von dort abgezogen war,kam die Reihe zu sterben an die Juden zu Frankfurt. Auch sieverbrannten sich in ihren Häusern, als ein Angriff auf sie gemachtwurde, und veranlaßten ebenfalls eine große Feuersbrunst in derStadt (24. Juli). Von den Gütern, welche die Bürger von denJuden angetreten, erkauften sie sich mit 20,000 Mark Silbers dieGnade des Kaisers Karl, den sie früher bekämpft hatten, und erlangtendadurch wieder das Recht, eine Messe zu halten, das ihnen Mainzstreitig gemacht hatte ^).
folgungszeit des schwarzen Todes, wie nachgewiesen ist B. VI. z S. 427 undnicht während des ersten Krenzzuges. Sie stimmt aber nicht nur nicht mit denobigen Berichten, sondern wird durch das Martyrologium der Bernays'schenHandschrift widerlegt. Daselbst werden nämlich nahe an 400 Märtyrer vonWorms vom Jahre 1349 (außer dem Gesinde) namentlich aufgeführt unddarunter nur elf Vorsteher, die aber keinen besonderen Platz haben, sondernin bunter Mischung mit anderen Märtyrern aufgezählt werden.
ff Urkunde a. a. O. ^
ff Schaab diplomatische Geschichte der Juden zu Mainz S. 89. aus einerUrkunde und aus Hacsheims Wormser Chronik das. S. 91 f.ff Albertus von Straßburg das. p. 148.
ff Das. p>. 148. Insnltu guogns in sos (cknäasos) taeto inVranlllurtpost rsZis Os-roli rsosssnin st ornnss äonaos snas st sibi vioinus orsrna-rnnt Das. p>. 152. Nsx Garotus sxtuno t?rankt'uitsnsibns sinnig. sus,xrivilsZia sontirrnavit st nnnäinus rsstitnit, äutis sibi viZsnti rnillibnsrnarsaruna c^nas rsssxts. sunt a cknäasis vrsinatis ibiäsrn. Das Datumist hier unbestimmt angegeben „nach der Abreise des Königs" gegen Ende JuliAm 30. Juni hatte der Nath von Schlettstadt nach Frankfurt von seiner lieber-