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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Das Gemetzel von Deckendorf.

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außerhalb der Stadt, um die Juden nichts merken zu lassen, be-schlossen hatte. An dem verabredeten Tage (30. Sept. 1337), als einZeichen mit der Kirchenglocke gegeben wurde, zog durch das geöffneteThor der Ritter Hartmann von Deggenburg, welcher in die Ver-schwörung eingeweiht war, mit seinen Reisigen in Deckendorf ein undwurde mit Jubel empfangen. Der Ritter und die Bürger überfielendarauf die wehrlosen Juden, mordeten und verbrannten sie und eignetensich deren Habe an. Zur Erinnerung an die Wunder, welche die vonden Juden durchstochene Hostie gethan, wurde eine Kirche zum heiligenGrabe erbaut und zum Wallfahrtsorte erhoben; der Pfriemen, dessensich die Juden bedient, so wie die durchstochene Hostie wurden dortunter Krystall gesetzt, als Reliquien aufbewahrt und den GläubigenJahrhunderte lang, vielleicht noch heute, zur Erbauung gezeigt. Aneiner Säule dieser Kirche ist noch heute eine Inschrift zu lesen:

Anno 1337

Den nächsten Tag nach Michaelis Tagen,

Do wurden die Juden erschlagen,

Die Stadt sie anzunden,

Do war Gottes Leichnam funden.

Das sahn Fraw und Mann;

Do Hub man das Gotteshaus zu bauen an."

Ein scheußliches Gemälde über dem Stadthor verewigte ebenfalls dieHeldenthateu und die Frömmigkeit der ehemaligen Deckendorfer. Vonhier aus ergoß sich die Wuth der Schlächterei über die Juden inBaiern, Böhmen, Mähren und Oesterreich. Tausende kamen dadurchunter mannigfachen Martern um. Nur die Bürger von Wien undRegensburg schützten ihre Juden vor der wuthentbrannten Menge.Was that der Kaiser gegen diese Verhöhnung des Landfriedens unddie Ermordung seiner Kammerknechte? Es ist bisher nichts bekanntdarüber. Er hatte damals den Kopf voll von den Händeln mit demPapst und dem König von Frankreich, auf dessen Befehl der unfehlbareStellvertreter Gottes Bannbullen gegen Ludwig schleudern mußte.Ludwig durfte vielleicht wegen seiner Rüstung zum Kriege die Städtenicht erbittern. Aber sein naher Verwandter, der Herzog Heinrich vonBaiern und der Pfalz, bezeugte sämmtlichen Bürgern von Deckendorfseine Huld dafür, daß sieunsere Juden verbrannt und verderbthaben", und erlaubte ihnen Alles, was sie ihnen abgenommen, öffent-lich zu gebrauchen. Der Papst Benedict XIl. beauftragte zwar denBischof von Passau, die Begebenheit von der angeblichen Schändungder Hostie durch die Juden sorgfältig zu untersuchen und wenn diese wie er voraussetzte unschuldig befunden werden sollten, gegen