Jmmanuel's Hölle und Paradies.
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Alfarabi, „weil er die Vereinigung der menschlichen Seele mitdem Weltgeiste für ein Kindermärchen erklärt", Jbn-Sina (Avi-ccnna), „weil er die Schöpfung als einen natürlichen Vorgang dar-stellt", die medicinischen Koryphäen der alten Welt, Hippokrates,„weil er aus Neid seine Heilmittel der Menschheit vorenthalten", undGalenus, „weil er den Propheten Mose geschmäht habe". Ammeisten geißelt Immanuel in diesem Gedichte seine Zeitgenossen. Erversetzt in die Hölle einen Mann, der sein großes Vermögen aufPrachtbauten verwendet und gegen Arme hartherzig war. Der ver-storbene Gatte muß mit ansehen, wie seine Wittwe einen Anderenliebkost, der über sie und das hinterlassene Vermögen schaltet. —-Er läßt Höllenpein erleiden die Verächter der Wissenschaft, einenTalmndisten, der heimlich die .gröbsten Ausschweifungen getrieben,Männer, welche geistigen Diebstahl begangen, solche, welche in derSynagoge alle Ehren an sich reißen wollten, diesen, weil er seinen Sitzan der Bundeslade haben, jenen, weil er am Versöhnungstage vor-beten wollte. Quacksalbernde Aerzte versetzt er ebenfalls in die Hölle,weil sie auf die Dummheit und Leichtgläubigkeit der Menge speculirenund vertrauensvolle Kranke unter die Erde bringen.
Sein junger seliger Führer geht mit ihm auch durch die Pfortendes Paradieses. Wie jauchzen da dem Dichter die seligen Geisterentgegen! Sie rufen aus: „Jetzt ist es Zeit zum Lachen, dennImmanuel ist hergekommen!" In der Beschreibung des Paradiesesund seiner Bewohner thut Jmmanuel's Muse sehr ernst, kichert aberverstohlen desto schalkhafter. Er erblickt darin natürlich die heiligenMänner, die Patriarchen, die frommen Könige und Helden derjüdischen Vorzeit, die Propheten und großen Lehrer, die DichterJehuda Halevi und Charisi, den jüdischen Philosophen Maimuni.Er sieht aber neben dem Könige David, der die Zither schlägt undPsalmen singt, neben Jonathan, dem kühnen Helden, die BuhlerinRahab, welche in Jericho die Ausknndschafter beherbergt, und Tamar,welche am Scheidewege in Erwartung saß. Dante selbst schließt die
in der Annahme des Realismus, daß die Urbilder und Gattungsbegriffe derDinge eine selbständige Existenz haben sollen, Ketzerei gefunden. Einmal weildann die Universalia gleich Gott allgemein und zugleich individuellsein müßten und hauptsächlich darum, weil der Realismus die Urewigkeit derWelt, als in den Ideen iw xobsutis, vorhanden, voraussetzt. (Vergl. Ritter,Geschichte der Philosophie B. 8 S. 580 und 611). Diese Ketzerei des Realismus,den Plato gelehrt, hatte offenbar Immanuel im Sinne, als er Plato zur Hölleverdammte, d. h. nicht gerade aus sich heraus, sondern nach der Anschauungseiner Leser. Jüdische Denker haben sich also auch an diesem scholastischenStreite betheiligt.