Immanuel Romi.
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des Ortes seine bedeutende Hinterlassenschaft einhändigte, um sie seinemSohne Daniel zu übergeben, wenn sie die Ueberzeugung von seinerrechtmäßigen Sohnschaft haben würden. Ein Betrüger spielt dentrauernden Sohn mit vieler Scheinheiligkeit und erhält die Erbschaft;der rechtmäßige Sohn erscheint später, fragt vor Allem nach derHinterlassenschaft seines Vaters, zeigt kein Zeichen von Trauer, wirdalso nicht anerkannt und um seine Erbschaft durch das Scheinweseneines Betrügers und das oberflächliche Urtheil der Bevollmächtigtengeprellt Z. —- Drollig ist der Dialog zwischen Immanuel und einemFreunde, der sich seines außerordentlichen Gedächtnisses rühmt undihm Vergeßlichkeit und Zerstreutheit vorwirft. Der Dichter gestehtihm zu, daß er allerdings kein Gedächtniß habe für Klatschgeschichten,für die Namen der Großen und ihrer Concubinen, daß er die Ritternicht von einander zu unterscheiden wisse, ihren Anzug sich nicht ge-merkt habe und auch nicht von welcher Art Ungeziefer deren Kleiderbevölkert seien — dafür aber viel gelehrten Wust im Kopfe habe ^).— Von außerordentlich komischer Wirkung ist die Gedächtnißrede, dieer auf sich selbst ausgearbeitet hat. Das Selbstlob, das er sich darinspendet, ist eine launige Satyre auf die übertreibende Manier derLeichenredner. Er läßt die Hinterbliebenen trauern, daß sie durchseinen Tod das Lachen verlernen würden; sie trösten sich aber damit,daß des Verblichenen Schriften einigermaßen seine Gegenwart ersetzenwürden. — Mitten im Ernste läßt er Späße einfließen. „Hat jaNoah seinen Weinberg Salomo seine Weiber und Daniel seineTräume zurücklassen müssen"^). — Wer schwermüthig ist, der lese,wenn er hebräisch versteht, Immanuels exegetischen Dialogs) und dasLachen wird sein Gemüth unfehlbar erheitern. Er läßt Halbwisserauftreten, welche das Hebräische mißverstehen und Widersprüche zwischeneinem und dem andern Verse finden. Immanuel geht darauf einund löst die Schwierigkeit auf eine höchst drollige Weise. Der Dichterverspottet darinnen nicht blos die Halbwisser, die das große Wort zuführen Pflegen, sondern giebt auch Seitenhiebe auf die kabbalistischeund selbst auf die talmudische Auslegungsweise. In einer Novelleführt Immanuel einen Leidenden vor, der sich von ihm ein Mittelgegen gestörte Verdauung geben läßt. Er verschreibt ihm das aller-kräftigste Mittel, und es bleibt doch ohne Wirkung. Wie der Dichter-Arzt seinen Kranken besucht, liest dieser ihm ein mißlungenes,holperiges, ohrenzerreißendes Gedicht vor, das er eben verfertigt hatte.
9 Das. No. 1-1.°h Das. No. 21.
Das. No. 18.Z Tal. No. 22.