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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

in Rom, als Gesandter oder Verbannter, mit einander bekannt. Ob-wohl ihre Dichtungsweise himmelweit verschieden ist, Dante's ätherisch,ernst, erhaben, Jmmannel's derb, lustig, leicht, so haben beide docheinige Berührungspunkte. Beide hatten den ganzen Bildnngsstoff derVergangenheit in sich ausgenommen: Dante die kirchlichen, scholastischenund romantischen Elemente, Immanuel die biblisch-talmudischen, mai-munisch-philosophischen und neuhebräischen Erzeugnisse. Beide habendiesen mannigfaltigen Stoff zu einem organischen Ganzen verarbeitetund zu einer neuen Dichtungsart gestaltet. Die Italiener waren da-mals voll von Lebensdrang, und Jmmannel's Muse ist wohl vondiesem poetischen Frühlingshauch geweckt worden. Er verstand sichauch auf italienische Dichtung; ein schönes Gedicht in dieser Sprache,das von ihm noch übrig ist^), legt Zeugniß davon ab. Die italienischeKunstform übertrug Immanuel zuerst auf die nenhebräische Poesie.Seine Vorgänger, selbst die großen Dichter Jbn-G'ebirol und JehudaHalevi, gebrauchen einen eintönigen Reim, und ihre Verse lassengrößtentheils denselben Reimklang wiederhallen. Immanuel hingegenführte den Wechselreim ein (Terra riwa in Sonettform), wodurch ereinen melodischen Tonfall erzielte. Indessen sind nur die wenigstenseiner Gedichte in dieser neuen Kunstform gehalten; die meisten be-halten die von den jüdisch-spanischen Dichtungen ausgeprägte Reim-weise bei. Seine Verse sind auch nicht durchweg gelungen. Es fehltihnen gerade nicht an Phantasie; aber sie entbehren Schmelz und An-muth. Seine Bedeutung besteht lediglich in der poetischen Prosa(Xlelira), da wo er sich in ungebundenen und witzigen Anspielungengehen lassen kann. Er dichtete in dieser Form eine Menge kleinerNovellen, Frage- und Antwortspiele, Briefe, Lob- und Traureden,die durch komische Wendungen und Situationen auch den Ernstestenzum Lachen bringen.

Er führt in einer dieser Novellen einen streitlustigen Gramma-tiker der hebräischen Sprache vor, einen Sylbenstecher, der aufgrammatische Fehden auszieht und eine wunderschöne Frau mit sichführt. Immanuel läßt sich mit ihm in eine wortdreschende Dis-putation ein, um mit der schönen Frau liebäugeln zu können. Ererleidet Niederlagen in der Grammatik, feiert aber Siege in derLiebes. Voller Humor ist auch die Novelle von einem Fa-milienvater, der in der Fremde starb und den Gemeindevorstehern

st Vergl. o. S. 264. Anmerkung 4.st Naollderst dlo. 7.