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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

und Denker, die Grammatiker und Talmndisten sie bereits geschmeidiggemacht. Aber keiner von Immanuels Vorgängern wußte so wie er,aus ihr ganze Funkenbündel sprühenden Witzes zu schlagen. Alleinwenn er auf der einen Seite die hebräische Sprache fast zu einemMittel für den geflügelten Gedankenaustausch einer geistreichen Unter-haltung gemacht hat, so hat er auf der andern Seite ihr den heiligenCharakter geraubt. Immanuel verwandelte die keusche, tiefverhüllteJungfrau der hebräischen Muse in eine leicht geschürzte Tänzerin,welche die Blicke der Vorübergehenden auf sich lockt. Die frivolsten,unfläthigsten Dinge läßt er sie mit einer natürlichen Nacktheit ohnedie geringste Scham benennen. Seine Lieder- und Novellensammlungkann auf die heißblütige Jugend sehr verderblich und vergiftend wirken.Darum war aber Immanuel doch nicht der hart gesottene Sünder,als den er sich selbst schildert, der an weiter nichts gedacht hätte, alsLiebeleien anznknüpfen, die Schönen zu verführen und die Häßlichenzu verspotten. Er sündigte nur mit der Zunge und mit der Feder,aber schwerlich mit dem Herzen und den Sinnen.

Meine Freunde fragten mich, wodurchMein Geist sich so emporgeschwungen?

Ich antwortete: weil mit der Welt ich gerungen.

Ich unterjochte die Welt meiner SeeleUnd lieh sie nie von ihr beherrschen')."

Wenn er sich auch oft in übertriebenem Selbstlob ergeht, so darfman doch der einfachen Schilderung seines sittlichen VerhaltensGlauben schenken:daß er seinen Feinden nichts Böses nachtrug,seinen Freunden beharrlich treu blieb, für seine Wohlthäter Dank-gefühl hegte, ein mitleidiges Gemüth hatte, mit seinem Wissen nichtgeizte und sich in Wissenschaft und Poesie vertiefte, während seineGenossen in sinnlichen Freuden schwelgten" ^). Immanuel gehörte zudenen, welche vom Witze beherrscht werden, die einen schlagendenEinfall nicht zurückhalten können, wenn auch die ihrem Herzen amTheuersten davon verletzt werden oder das Heiligste dadurch in denStaub gezogen wird. Er ließ sich allzusehr von der Lebhaftigkeitdes Italieners und des europäisirten Juden übermannen und legteseiner Zunge keine Fessel an.

Das Merkwürdige an diesem Satyriker ist, daß sein Leben, seineStellung und seine Beschäftigung mit seiner Dichtungsart im Wider-spruch zu sein scheinen. Immanuel stammte nämlich aus einer ge-achteten jüdisch-römischen Familie Zifroni. Er hatte eine fromme

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») Das. Uo. 28 .