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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Der deutsche Kaiser Albrecht, welcher damals nicht im bestenEinvernehmen mit ihm stand, hatte an ihn die Forderung gestellt,ihm das Königreich Arles zu übergeben, ferner Jesu' angeblicheDornenkrone, welche als Reliquie in einem französischen Kloster auf-bewahrt wurde, auszuliefern und endlich sein Hoheitsrecht über diefranzösischen Juden, als Nachfolger der Kaiser Vespasian, Titus undKarls des Großen, anzuerkennen, d. h. ihm einen Theil der Ein-nahmen von dem sauren Schweiß der Juden abzugebcn. Philippsoll hierauf seine Rechtsgelehrten befragt haben, wem das Hoheits-recht über die Juden zustünde, und als diese sie dem deutschen Kaiserzuerkannten, soll ihm der Gedanke gekommen sein, den Inden Habund Gut abzunehmen und die Kammerknechte nackt und bloß Albrechtnach Wunsch zuzuschicken Z. Der Welt gegenüber beschönigte derfranzösische König seinen ebenso unmenschlichen wie unstaatsmännischenGewaltstreich mit der Anschuldigung: unerhörte Frevel der Judenhätten ihre Austreibung gebieterisch gefordert. Allein, daß er es aufdie Besitztümer der Inden abgesehen hatte, bewies er durch seineschonungslose Ausplünderung. Die Beamten ließen den Unglücklichennichts als die Kleider, die sie am Leibe trugen, und jedem, mochte erfrüher noch so reich gewesen sein, nicht mehr, als für eines TagesZehrung nöthig schien (12 Zros Douruois). Ganze Wagen voll vonder Habe der Juden: Gold, Silber, Edelsteine wurden dem Königezngeführt; das minder Werthvolle wurde um einen Spottpreis ver-kauft. Der zeitgenössische Reimchronist Ottokar von Horneck erzähltdavon in schlechten Versen:

Und was Mann oder Weib

Gewandes hatten an ihrem Leib,

Das ließ man ihnen an.

An andern Dingen.

Gold, Silbervas', Fingerlein,Fürspann und was mochte sein,Daran echtes Silber war,Zusammen das nahm man las,Und führte das spät und frühDem Könige auf Wagen- zu.Kleider und Perlengewand,Hausgeräth und was man fand,Das ward um Pfennig' verkauft.

Und wie viel Gut auch Einer mochte haben,

i) Ottokar Horneck a. a. O.