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Geschichte der Juden.
Abba-Mari von der einen und Ben - Adret von der andern Seitestürmten so sehr auf ihn ein, daß er endlich seine Zustimmung undMitwirkung zusagte Z Da indessen auch die tibbonidische Parteineue Anhänger fand, so wurde selbst Ben-Adret bedenklich, das letzteWort in dieser Streitsache zu sprechen, und wollte nicht eher mit derVerhängung des Bannes Vorgehen, bis sich nicht mindestens zwanzigGemeinden entschieden dafür erklären würden ^).
Während noch in dem Streite für und wider die Zulässigkeitdes wissenschaftlichen Studiums unter den Inden in Südfrankreichund Spanien das Zünglein hin und her schwankte, traten für diedeutschen Gemeinden die allertrübseligsten Ereignisse ein, welche einePersönlichkeit nach Spanien verschlugen, die den Ausschlag zur Ver-ketzerung und Aechtung jeder freien Forschung gegeben hat. Es warein Mann von hoher Sittlichkeit und seltener Selbstlosigkeit, vonreinem Streben, inniger Religiosität und der allergründlichsten talmudischen Gelehrsamkeit,^aber von dem fanatischen Hasse seiner Landsleutegegen das profane Wissen erfüllt und ihn fast noch überbietend. Mitder Einwanderung Ascheri's oder R. Aschers aus Deutschland nachSpanien beginnt ein ungünstiger Wendepunkt für die Culturbestrebungender spanischen und provenzalischen Juden.
Ascher b. Jechiel (geb. um 1250, st. 1327^) aus der Rhein-gegend, stammte von Ahnen, die im Talmud ihre ganze Welt hatten.Sein Vater war ein bedeutender Talmudist und von so außergewöhn-licher Religiosität, daß die Sage Wunder von ihm erzähltes. Zuhörerdes gefeierten Merr von Rothenburg (o. S. 156), eignete sich Ascheridie scharfsinnige tossafistische Lehrweise an, verfaßte tossafistische Ar-beiten, hatte aber mehr Sinn für Methode und Ordnung als dieseSchule. Nach dem Tode seines Lehrers, dessen Leiche nicht einmalder gewissenlose Kaiser Adolph von Nassau ohne Entgelt zur Be-stattung ausliefern mochte, wurde Ascheri zu den bedeutendsten rab-binischen Autoritäten Deutschlands gezählt °). — Zu seiner Zeit brachwieder ein Paroxismus der Judenhetzen in Deutschlands aus, welcheVergl. das. blo. 56, 57, 63.
2) Das. No. 63. x. 135. blo. 68 x. 139; auch in bio. 67 muß es heißen:1 ,-m in nii.ip miL'p wnn'ir-. Die Zahl me-On ist sicher eine Corruptel, entstandenaus dein Zahlzeichen i statt 'r.
°) Sein Todesjahr giebt Zacuto und die Grabschrift. Da er nun inseinen Responsen sich selbst als einen Greis schildert, so muß er um die Mittedes 13. Jahrhunderts geboren sein. Z Zacuto.
ö) Dessen Nssxx. IV. Ho. 6, I.II. Ho. Lssxp. Jehuda Ascheri (8iobrcmllsbaräs, sä. Lsrlin >846) blo 82 50 s., ff.
°) Die ersten und glaubwürdigen Quellen über die Judenverfolgung durchRindfleisch sind: a) Zssta Nuäolxlii st lAbsrti des Gottfried von Ens-