Don Astrüc de Lünel.
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In den biblischen und talmudischen Wundern fand Abba-Mari dieBestätigung des Glaubens von der besondern Vorsehung Gottes fürdas israelitische Volk. Er nahm daher keinen Anstoß an der Mengeder Wundererzählungen, im Gegentheil, je mehr, desto besser. DieErgebnisse der Philosophie und der Natnrforschung, welche die Wunderunglaublich erscheinen ließen, störten ihn nicht. In der Wahl zwischenMose und Aristoteles oder zwischen den Autoritäten des Talmud undden Trägern der Philosophie war er keinen Augenblick zweifelhaft,wem er den Vorzug geben sollte. Allerdings ist dieser Gesichts-punkt vollkommen berechtigt; allein Abba - Mari wollte ihn allenAnderen aufzwingen und diejenigen verfolgt wissen, welche andersdarüber dachten. Ihm war nicht blos die allegorische Auslegungs-weise, welche öffentlich gepredigt wurde, ein Gräuel, sondern dieBeschäftigung mit profanen Schriften überhaupt, als Ursache dieserAusschreitungen. Er bedauerte sehr, daß man nicht mehr über Stabund Geißel verfügen könne, um denen, welche ihren Geist mit derreligionsgefährdenden Wissenschaft füllten, das Handwerk zu legen^).
Abba-Mari besaß aber nicht genug Autorität, um gegen Leviaus Villefranche und seine Gesinnungsgenossen vorzugehen; er wandtesich daher (1304 an den angesehensten Rabbinen jener Zeit, anBen-Adret von Barcelona und formulirte eine Anklage gegen sie:daß sie durch ihre Verkehrtheiten den Untergang des Judenthumsherbeiführen würden, wenn ihnen nicht eine Schranke gefetzt würde.Er legte ihm ans Herz, seine gewichtige Stimme dagegen zu erheben.Ben-Adret fand natürlich ebenfalls die Erscheinung beklagenswerth,daß „Fremde in die Thore Zions eingedrungen seien." Er ermahnteAbba-Mari, sich mit Gesinnungsgenossen zu vereinigen, um diesemSchwindel zu steuern, lehnte aber seine Betheiligung entschieden ab,weil er sich nicht in die Angelegenheiten fremder Gemeinden einmischenmöchte. Andere Eiferer nahmen aber die Sache ans und drängten zueinem Entschlüsse, darunter Don Bonafoux Bidal (Schaltielaus Barcelona und sein Bruder Don CrescasVidal, der nachPerpignan übergesiedelt war, beide hochangesehen und gelehrt, aberebenso unduldsam wie Abba-Mari. Don Crescas machte einen Vor-
') Das. No 80 x. 106.
2) Das Datum für den Anfang der Streitigkeiten ergiebt sich aus denWorten des Ben-Adret Ussxp. I. No. 416, daß die Verhandlungen beinahdrei Jahre dauerten- uion eme- .in, und zwar vom Ab 1306 ab zurück-
zurechnen
2) Ob dieser Bonafoux Vidnl (Minebs-b Lsrmot No. 10, II f.) identischist mit dem von Kalonymos in Nbsn Loollau zum Schlüsse genannten DonBonafoux Schaltiel?