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Geschichte der Juden.
einer höheren Welt zu betrachten; sie zerfallen in die Geheimnisse vonmännlichem und weiblichem Princip (Positiv und Negativ); erst wennbeide Theile sich zusammenschließen, entstehe die höhere Einheit. Werdaher eines der Gesetze Übertritt, verdunkele das Glanzbild der höherenWelt').
Man kann kaum eine Vorstellung davon geben, welchen Miß-brauch Mose de Leon mit der Schrifterklärung treibt und wie er denWortsinn verdreht. In dem Verse; „Hebet eure Augen zum Himmelund sehet, wer hat Dieses erschaffen," soll ein tiefes Geheimniß liegen,das der Prophet Elia in dem himmlischen Lehrcollegium vernommenund für Simon b. Jocha'i geoffenbart hat. Gott sei nämlich vor derWeltschöpfung unbekannt und dunkel gewesen, gewissermaßen bestehendund doch nicht bestehend; er war das Wer (das unbekannte Subjekt).Zu seiner Selbstoffenbarung gehört die Schöpfung. Erst mit derSchöpfung beurkundete er sich als Gott ^).
In zwei feierlichen Versammlungen (lära?) theilt Simon b.Jochai einmal, in der Vorahnung seines Todes, seinem Jüngerkreisedas letzte Wort und den Kern der Geheimnisse in scheinbar erhabenenLehren mit. Es sind aber weiter nichts als abenteuerlich-mystischeErklärungen jenes lästerlichen Buches, welches die riesigen GliederGottes (Selliur Lowa) beschreibt, mit einem Pomp von tönendenWorten, einem Gemisch von Erhabenem und Albernem. „Der heiligeUralte (Gott) ist das Allerunbekannteste, getrennt von der sichtbarenWelt und doch nicht getrennt, denn Alles hängt an Ihm und Erhängt an Allem. Er ist gestaltet und nicht gestaltet, gestaltet ister insofern, weil er das All erhält, und nicht gestaltet, weil er nichtwahrnehmbar ist. Als er sich gestaltete, brachte er neun Lichterhervor, die von seinem Glanze leuchten und sich nach allen Seitenverbreiten. Er ist eins mit ihnen, es sind erschaffene Stufen, in denensich der heilige Uralte offenbart, es sind seine Formen. Sein Haupt— oder vielmehr seine drei Häupter — ist die höchste Weisheit, dieselbst wieder im Anfang verborgen ist, so daß man von ihr sagenkann, sie weiß nichts und wird nicht gewußt, sie hat keinen Theilweder am Wissen, noch am Nichtwissen. Darum wird der Alte derTage das Nichts genannt"-. Haare gehen von diesem Haupte aus,das sind die verschiedenen Wege der Weisheit. — Die Stirn Gottes
U Das II. x. 162 b.
2) Das. I. 2. a. Nibnnirn Xc>. XX. und XUIV. Anfang: m, das Wer undUnbekannte, nach dem Erschaffen; in Verbindung mit '2 giebi
2) u->-m Sohar III. 127 ff. und das. 287 b. ff.
*) Das. 288 b.: 72