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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

und seine philosophischen Ansichten widerrufen zu lassen,weil sie denGeist nur verwirren, während die Geheimlehre die höchste Erkenntnißauf geebneterem Wege biete" Warum hätte ein Mystiker nichtauch eine Art kabbalistischen Talmud oder Mischnah^) fälschensollen, da er bei seinen leichtgläubigen Gesinnungsgenossen nicht Wider-spruch oder Entlarvung zu befürchten hatte? Und in der That ist aucheine kabbalistische Schrift mit mischnaitisch-agadischem Geprägeverfaßt worden und hat Eingang gefunden.

Aber viel geschickter als alle diese Fälscher machte es Mosede Leon. Er hatte die passendste Persönlichkeit als Träger für dieGeheimlehre gefunden, gegen die sich wenig oder nichts einwenden ließe.Der Tanaite Simon b. Jochai, der dreizehn Jahre in einer Höhle wohl einsam und in tiefe Betrachtung versunken zugebracht,dem schon die alte Mystik Offenbarungen durch den Engel Metatoronertheilen läßt, ja, Simon b, Jochai schien die rechte Autorität für dieKabbala zu sein. Nur durfte er nicht hebräisch sprechen oder schreiben,denn in dieser Sprache würden die Kabbalisten das Echo ihres eigenenSchalls wieder erkannt haben. Nein, Chaldäisch mußteer sich aus-drücken, in dieser an sich halb dunkelen, für Geheimnisse geeigneten,wie aus einer andern Welt klingenden Sprache. Und so trat einkabbalistisches Buch, das Buch So har (Glanzt), in die Welt, dasin jüdischen Kreisen Jahrhunderte lang als eine himmlische Offen-barung förmlich vergöttert und auch von Christen als alte Ueber-lieferung angesehen wurde und zum Theil noch heute angesehen wird.Gewiß ist noch selten eine so offenkundige Fälschung so gut gelungen.Mose de Leon verstand es aber auch, vollen Effekt auf leichtgläubigeLeser hervorzubringen. Er ließ Simon b. Jochai in dem BucheSohar in strahlendem Glanz und mit einem Glorienschein auftreten,und seine Offenbarungen einem Kreise von auserwählten Jüngern

*) Es ist bekannt, daß der Kabbalist Schein-Tob Jbn-Gaon zu seiner Zeitein altes Pergament gesehen haben will, worin Maiinuni wie die Kabbalistenspricht (MZäal O 2 zu M's llack Anfang): 18222 2:12 1022 mmie« i>p,2p,21 P2P2 '1M2 122121 '1118 '111'L'2 P212 12 12'2 2N: .11 P2-8 >2"p,21 P2" -18,2 12'0'M'ONI 2'82Y221 '1218 1'1211'1 ll'211,21 Im. Das muß man sich vergegenwärtigen,um zu erkennen, wie weit die Mystifikation der Kabbalisten ging. Noch un-verschämter ist der angebliche Brief M's. an seine Jünger (unter dem TitelMsZillab Lsäo-rim. 0 . S. 193 Anmerk. 1), worin er die philosophische Specu-lation förmlich desavouirt und hinzufügt: M2111 i'invxi 182^21 1221 8rn bin

2 ) m8-rn 1202 , dessen Alter hoch hinauf reicht, zuerst edirt 1802 vergl.Jellinck a. a. O.

3) Vergl. über alles Folgende Note 12.