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Geschichte der Juden.
seine edle Abstammung, sein fürstliches Ansehen, seine hohe Stellung,seinen Reichthnm und seine Gelehrsamkeit ihr eine feste Stütze lieh.Dieser Mann, dessen Einfluß noch gar nicht gewürdigt ist, warTodros b. Joseph Halevi ans der edlen Toledaner Familie derAbulafia (geb. 1234, st. nach 1304^). Er war ein Neffe jenesMelr Abulafia, welcher sich als ein so hartnäckiger Gegner Maimuni'sund des vernunftmäßigen Denkens überhaupt geberdete (o. S. 30).Todros Abulafia nahm sich seinen Oheim zum Muster, der ihm inhohem Alter die Hände segnend auf das Haupt gelegt hatte. Heran-gewachsen, verlegte er sich auf Talmud und Geheimlehre, war aberauch in weltlichen Angelegenheiten heimisch; denn er erlangte eine an-gesehene Stellung am Hofe Sancho's IV. und war bei der klugenKönigin Maria de Molina besonders beliebt als Arzt oder Finanz-mann. Von Seiten der Juden wurde er als Fürst (blsssi) angesehenund geachtet. Als das Königspaar von Spanien eine Zusammenkunftmit dem König von Frankreich, Philipp dem Schönen, in Bayonnehatte, um die gegenseitige Feindseligkeit zu schlichten (1290), warTodros Abulafia in dessen Gefolge ^) und empfing bei dieser Ge-legenheit die schmeichelhafteste Huldigung von Seiten der südfranzösischenJuden. Der wortschwallreiche Dichter Abraham Bedaresi ausBeziers richtete ein lobhudelndes Gedicht an Todros, worin dieWendung vorkam:
„Die Dichtkunst verstummt in Deiner GegenwartUnd hängt ihre Harfe an die Weide des Baches."
Todros Halevi machte aber auch die trübe Erfahrung von derwetterwendischen Laune der Hofgunst. Sein königlicher Gönner warfihn eines Tages in den Kerker und verurtheilte ihn zum Tode; dieVeranlassung ist unbekannt. Im Traume soll Todros ein Gedichteingefallen sein, das ihm seine baldige Befreiung verkündete:
„Warum ist Dein Herz betrübt,
Weil Könige Dich dem Tode weihen?
Der Himmel steht den Schuldlosen bei,
Wenn Erdenkönige ungerecht verdammen" ^).
Todros war wie sein Oheim ein entschiedener Gegner der Philo-sophie und ihrer Jünger. Er hatte nicht bittere Worte genuggegen die Klügler, welche Alles, was nicht vor der Logik gerechtfertigt
0 Vergl. Note 12. Dieselbe Note.
2) Ouvison Orasr lm-belliolrolis. p>. 125 b. Das Gedicht ist wegen desWortspieles unübersetzbar und überhaupt dunkel:
12 'ix 1 I 2 S 2 ' ,1127 ix 2'212. ll ' 2^12 2 ' 2-12 1 x 2 '-2' 1 . 1 ' 78122 (?) 118 2'1 ? 11 12 'ix