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Saad-Addaula's Sturz.
Ruhm zu verkünden. Ein unbekannter Dichter ist des Lobes voll vonMardochai Jbn-al-Alcharbija, der in hohen Würden stand. Ersingt von ihm, als dieser zurückkehrte, den Münzpalast (in Bagdad) inAugenschein zu nehmen:
„Ein glänzender Fürst ist Mardochai,
Mächtig im Herrschen, beliebt bei König und Großen,
Zieht er im fürstlichen Glanze aus,
Sänger empfangen ihn mit Liedern.
Er schützt mit seinem Fittige das Volk GotteSUnd breitet seine Wolken darüber aus —
' Sein Name ist im Munde der Großen und Kleinen.
Gott verlieh in seinen Tagen dem heiligen Volke die Herrschaft."
Saad-Addaula hatte sich aber durch seine strenge Staatsverwaltungund seine Gerechtigkeits- und Ordnungsliebe viele und mächtige Feindezugezogen. Die Mohammedaner, welche von jedem Amte ausgeschlossenwaren, sahen mit verbissenem Ingrimm Juden und Christen, die sieals ungläubige Hunde zu verachten gewöhnt waren, im Besitze derHerrschaft. Sie wurden noch dazu von ihren Geistlichen und Ge-lehrten zum tiefsten Hasse gegen den jüdischen Staatsmann auf-gestachelt, dem sie ihre Demüthigung Schuld gaben. Diese verbreitetennämlich, daß Saad-Addaula damit umginge, eine neue Religion zustiften und den Großchan Argnn zum religiösen Gesetzgeber undPropheten zu verkünden. Um sie noch mehr zu fanatisiren, hieß es:Saad-Addaula träfe Vorbereitungen zu einem Zuge nach Mekka, umdie geheiligte Stätte der Kaaba in einen Götzentempel zu verwandelnund die Mohammedaner zu zwingen, wieder Heiden zu werden. DerOrden der ismaelitischen Meuchelmörder, die Assassinnen, welcher dazuorganisirt war, die wirklichen oder vermeintlichen Feinde des Islamaus dem Leben zu schaffen, rüstete sich schon, Saad-Addaula undseine Verwandten heimlich aus dem Wege zu räumen. Indessenwurde ihm der Anschlag verrathen und von ihm vereitelt. Auchunter den Mongolen hatte der jüdische Minister viele Gegner. Diemilitärischen Kommandanten waren gegen ihn aufgebracht, weil erihrer Willkür gesteuert und sie gezwungen hatte, sich der Ordnung unddem Gesetze zu fügen. Auch in mongolischen Kreisen verschwor mansich gegen den jüdischen Minister. Es hieß, er habe einen JudenNeglib-Eddin nach Chorassan abgeordnet, um zweihundert derangesehensten Mongolen zu tödten, und sein Verwandter Schems-Addaula, Verwalter in Schiras, habe den Auftrag erhalten, vieleGeistliche und Herren dieser Stadt aus dem Wege zu räumen.
Unglücklicher Weise erkrankte Argnn (November 1290) schwer,und seine Krankheit war ein Signal für die Unzufriedenen, sich gegen