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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden.

diplomatische Verbindungen mit Europa an, sogar mit dem Papste.Durch die Hilfe der Europäer sollten die Mohammedaner ans Vorder-asien und namentlich ans Palästina geworfen werden. Der Papstaber schmeichelte sich, daß Argun sich in den Schooß der katholischenKirche werde anfnehmen lassen.

Der jüdische Minister verdiente auch die hohe Gunst, welche ihmArgun zngewendet hatte. Er führte in dem Reiche, in dem bis dahinWillkür nnd Mißbrauch der Gewalt geherrscht hatten, Gesetz undOrdnung ein. Die Bevölkerung des persischen Chanats bestand ausder Minderzahl der siegenden Mongolen und der Mehrzahl der be-siegten Mohammedaner, und dadurch herrschte ein fortdauernder stillerKriegszustand. Die mongolischen Krieger verhöhnten die Gerichts-tribunale mit ihrem Schwerte. Die Richter selbst konnten nicht un-parteiisch Recht sprechen, weil sie in steter Furcht vor den großen undkleinen Tyrannen lebten. Saad-Addaula bemühte sich, diesem Zustandein Ende zu machen, und es gelang ihm, eine gewisse Ordnung indem seit langer Zeit zerrütteten Reiche wiederherzustellen. Denmilitärischen Kommandanten wurde untersagt, sich in die Rechtspflegeeinzumischen, den Gerichtstribunalen wurde eingeschärft, die Schwachenund Unschuldigen zu schützen. Da die Mongolen noch keinen Rechts-codex aufgestellt hatten, so setzte Saad-Addaula die mohammedanischenGesetze, so weit sie sich auf die civile und peinliche Rechtspflege er-streckten, in Kraft. Das ruhige Volk segnete ihn wegen der Sicher-heit des Lebens und des Eigenthums, die es ihm zu verdanken hatte.Saad-Addaula beschützte auch die Wissenschaft, setzte den Gelehrtenund Dichtern reiche Gehälter aus und ermuthigte sie zu literarischenLeistungen. Er wurde daher von den Männern der Feder in Prosaund Versen besungen und gepriesen Z.

Die morgenländischen Juden fühlten sich durch die Erhebung ihresStammesgenossen zu der höchsten Staffel der Herrschaft gehoben undglücklich. Aus den entferntesten Ländern strömten Juden nach demPersischen Chanat, um sich in der Gunst des jüdischen Ministers zusonnen. Sie sprachen wie aus einem Munde:In Wahrheit zumHerrn der Erlösung und zur Hoffnung hat Gott für die Juden diesenMann in den letzten Tagen erhöht" ^). Die neubebräische Poesie,welche im Morgenlande entstanden, aber aus Mangel an würdigenStoffen zu einem unschönen Gelalle herabgesunken oder ganz verstummtwar, scheint sich zu seiner Zeit wieder aufgerafft zu haben, um seinen

>) ä'Ollsson, llistoirs äs lilonAotss III. Ollaxl. II.

H Vergl. Note 10.