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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Salomo Ben-Adret.

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ein Mann von scharfem und Hellem Verstände, von sittlichem Ernst,inniger und unerschütterlicher Gläubigkeit, von milder Gemüthsart unddabei von energischem Charakter, vermöge dessen er das für rechtBefundene mit Beharrlichkeit ausführte. Er vereinigte in sich dieSanftheit Nachmani's mit der Festigkeit des R' Jona Gerundi, seinerbeiden Hauptlehrer *). Der Talmud mit seinen labyrinthischen Gangenund versteckten Winkeln, mit allen Erläuterungen und Zusätzen derspanischen und französisch - tossafistischen Schule lag für Ben-Adretwie eine Kinderfibel offen, und er beherrschte diesen spröden Stoffmit einer Leichtigkeit, welche die Bewunderung seiner Zeitgenossen er-regte. Sein gerader Sinn schützte ihn aber vor jener sophistischenKlügelei, welche- bereits anfing, in der Behandlung des TalmudsMode zu werden. Ben-Adret drang bei talmudischen Erörterungenstets in den Kern der Frage ein, ohne sich auf Plänkeleien und Ab-schweifungen einzulassen. Als geborener Spanier war er von allge-meinem Wissen nicht ganz entblößt und versagte der Philosophie seineAchtung nicht, freilich nur, so lange sie bescheiden austritt, den Lehr-inhalt der Religion anerkennt und sich nicht zur Meisterin aufwirft.Es war auch ihm ein inneres Bedürfniß, die anstößigen Agadas ihrerplumpen Redeweise zu entkleiden und sie vernünftig zu erklären; seineErklärungen 2s haben theilweise einen philosophischen Anstrich. Wenner aber die Philosophie nur geduldet wissen wollte, so hatte er vorder Kabbala tiefen Respekt, schon darum, weil sein Lehrer Nachmani

Todesjahr giebt Zacuto. lieber die Aussprache des Namens vergl. Lsvus ckssütuäss ckuivss IV. 67.

*) Ben-Adret spricht öfter in seinen Werken und gutachtlichen Bescheidenvon diesen als seinen Lehrern. Es existiren gedruckt sechs SammlungenBen-Adretscher Responsen. I. die umfangreichste Sammlung oft edirt, aberdarunter viele von R. Mel'r von Rothenburg; II. unter dem Titel oin rnibm;öfter edirt; III. zuerst Livorno 1778, alle drei zusammen Lemberg 1831;IV. Salonichi 1803; V. Livorno 1825; VI. die pseudonachmanischen Responsen,die grötztentheils Ben-Adret angehören, sind öfter edirt. Eine Sammlung«ins anno st lass in einer Zncunabel-Edition enthält ein einziges, sonstunbekanntes Rssxonsuw. und ist nur ein Auszug aus längeren Bescheiden.Die Zahl der gedruckten Responsen übersteigt 3000, viele sind noch hand-schriftlich vorhanden. '

2) o-n-n die Jakob Ben-Chabib in sein Werk rpv pp fragmentarisch

ausgenommen hat, vergl. Einleitung zu diesem Werke. In einem Lssxonsuvaüber die sinaitische Offenbarung bemerkt Ben-Adret, daß sie nur theilweiseeine sinnlich wahrgenommene und zum Theil prophetischer, d. h. psychologischerNatur gewesen sei. Es ist an Samuel Sulami gerichtet, abgedruckt alsSeltenheit in Edelmanns Vidis Odst's? x. 8 ff., ist aber schon früher edirtin der Samml. IV. Ho. 234, was den Bibliographen entgangen ist. BeideTexte sind corrumpirt und können durch Vergleichung einander corrigiren.

Graetz, Geschichte der Juden. VII. 10