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7 (1894) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 1. Hälfte
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Geschichte der Juden

gewöhnt und gewissermaßen abgestumpft, ließen es sich gefallen; abernicht so die Provenzalischen Juden, welche, gebildet und im innigenVerkehr mit gebildeten Christen, diese Schmach nicht ertragen konnten.Sie hatten sich bis dahin des Abzeichens erwehrt und glaubten esauch diesesmal Hintertreiben zu können. Die südfranzösischen Ge-meinden schickten daher Deputirte zu gemeinsamer Berathung, unddiese wählten zwei angesehene Männer: Mardocha'i b. Joseph ansAvignon und Salomo aus Tarascon, welche sich an den Hof be-geben und die Rücknahme des Gesetzes erwirken sollten. Anfangswaren die jüdischen Delegirten glücklich, sie kehrten mit der freudigenNachricht zurück, daß das Edikt vom Tragen der Abzeichen aufgehobensei. Aber der Nachfolger Ludwigs, der eben so bigotte und beschränktePhilipp III., führte es ein Jahr nach der Thronbesteigung wiederein (1271). Die Dominikaner hatten ihr Augenmerk darauf gerichtet,daß es nicht übertreten werde. Einige angesehene Juden, Mardocha'iaus Avignon und Andere, die sich der Schande nicht fügen mochten,wurden verhaftet. Das Judenabzeichen blieb seitdem auch inFrankreich in Kraft, bis die Juden aus diesem Lande ausgewiesenwurden.

Bis an die Grenzscheide von Europa und Asien verfolgte dieKirche die Söhne Jakobs mit ihrem Hasse. Die Ungarn und Polen,welche ihre naturwüchsige Wildheit und ihren kriegerischen Ungestümnoch nicht abgelegt hatten, brauchten die Juden noch viel mehr alsdie mittel- und westeuropäischen Völker und Staaten. Mit ihremindustriellen Sinn und ihrer praktischen Geschicklichkeit haben die Judenden Productenreichthum der Länder au der nieder» Donau, an derWeichsel und an beiden Seiten der Karpaten ausgebeutet, nutzbar ge-macht und ihm erst Werth verliehen. Trotz des Eifers, mit dem dasPapstthum die Verwendung der Juden zu Aemteru, zur Salz-, Münz-und Steuerpacht in Ungarn zu hiutertreiben suchte (o. S. 27), konntees sie aus dieser Stellung nicht verdrängen, weil sie unersetzlich waren,sollte der Reichthum des Landes nicht brach liegen. Der ungarischeKönig Bela IV., Andreas' II. Nachfolger, zog wieder jüdische Pächterheran, wozu ihn die Nothwendigkeit trieb, da das Land durch dieVerheerungen der Mongolen verarmt worden war. Bela führte auchfür die Juden seiner Länder jenes Gesetz Friedrich des Streitbarenvon Oesterreich ein, welches sie vor Willkür des Pöbels und derGeistlichkeit schützen und ihnen eigene Gerichtsbarkeit und eigene innere

Es ist also kein Zweifel, daß dieser Passus in das letzte Jahr Ludwigs LI.und in das erste Philipps III. gehört. Von dem Edikt des Letztern berichterIiuurisrs a. a O. x. 312 Obssrvation.