Die Karäer.
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Vaters Joseph Joschua, der Wohl durch Nachmani zur Bibel-forschung angeregt wurde (um 1265—1280). Tanchum aus Jerusalemerklärte die ganze heilige Schrift in arabischer Sprache für seine arabischredenden Stammgenossen des Morgenlandes in schlichter ungekünstelterWeise. Seine wortgetreuen Commentarien beruhen auf strenger Gram-matik und haben im Anfänge kurzgefaßte Einleitungen in derselben Artwie Nachmani's Commentar zum Pentateuch. Tanchum berücksichtigte auch,wie wenige seiner Vorgänger, die biblische Zeitrechnung; er hatte alsoeine Ahnung von einer wissenschaftlichen und gründlichen Behandlung derBibelexegese. Auch sonst war er schriftstellerisch thätig, hat aber sowenig Einfluß geübt, daß sein Name mehrere Jahrhunderte hindurchverschollen war.
Die Karäer, die pflichtschuldigst die Schrifterklärung zum Mittel-punkt ihrer geistigen Thätigkeit nehmen sollten, haben in diesem Jahr-hunderte so gut wie gar nichts darin geleistet. Ihre Verknöcherungnahm überhaupt immer mehr zu. Seit Jehuda Hadassi und Jephetb. Said (VI -2 174, 282) ist keine Persönlichkeit von irgend einerBedeutung unter ihnen ausgetreten. Die Ehrgeizigen unter ihnenließen sich um weltlicher Vortheile willen vom Islam anlocken, unddie Denker gingen zu den Rabbauiten über*), da ihre Lehre längstallen Boden verloren hatte und keinen Aufschwung der Geister mehrerregen konnte. Trotz der Schreibseligkeit in der Zeit seiner Blüthehat das Karäerthum kein Lehrbuch der religiösen Pflichten erzeugt,das den Gelehrten genügen und auch den Ungelehrten zugänglich seinkönnte. Die Streitpunkte, welche die Karäer spalteten, über den Um-fang der Verwandtschaftsgrade für die Ehe, über den Anfang desMonats und der Feste und andere, waren noch immer nicht geschlichtet.Zivei karäische Lehrer, der eine Vorsteher der Gemeinden in Egyptenund der Andere derer in Constantinopel, beide von geringem Klange,geriethen in dieser Zeitepoche wieder in Streit über gewisse Verwandt-schaftsgrade. Abulfadhel Salomo (b. David), der den Titel „Fürst"
demselben, Leipzig 1844; 5) Habakuk von Munk, Paris 1843; 6) zu Klagelieder vonCureton, London 1843. Das Uebrige noch Ms.—Tanchum übersetzte außerdemdie Haftarot arabisch und arbeitete ein Glossarium zu Maimuni's Llisolwslbboro, aus mit einer Einleitung unter dem Titel wnrim mw-uzim, ebenfallsarabisch. (Vergl. Munk Einleitung zu dessen Habakuk.) — Ein anonymerKommentator der Bibel, vermuthlich ein Karäer, soll (nach Pinsker) Tanchumcitiren. (lübmts Einleitung p. 226 f.)
lieber den Uebertritt der Karäer zum Islam vergl. Munk in JostsAnnalen Jahrg. 184l. S. 84, über den Uebertritt zu den Rabbaniten vergl.weiter.