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Geschichte der Juden.
solche anzustellen <April I228Z. Bald begann die blutige Arbeitder fluchwürdigen Inquisition des Dominikaner-Ordens, beides eineSchöpfung des Papstes Jnnocenz IH., gegen die als Ketzer Erkannten,Verdächtigen, oder auch nur ohne Grund Angeklagten. Die Prediger-mönche, die Jünger Domingos, verherrlichten das Christenthum durchFolterqualen und Scheiterhaufen. Wer auch nur im Besitze einerBibel in romanischer (Provenxalischer) Sprache war, verfiel dem Ketzer-gerichte der Dominikaner, welches das ausschließliche Privilegium zublutigen Verfolgungen hatte. Ihre Genossen, die Franziskaner oderMinoriten-Mönche, ebenfalls von Jnnocenz in's Leben gerufen,arbeiteten ihnen in die Hand. Es dauerte nicht lange, so strecktendiese Würgengel in Mönchskutten ihre Griffe auch nach den SöhnenJakobs aus.
Vier Männer traten zu gleicher Zeit aus den Schauplatz derGeschichte, welche mit dem Christenthnme, und zwar mit dem ver-folgungssüchtigen, lieblosen, unmenschlichen Christenthnme, bittern Ernstmachten, und das Leben der Juden in verschiedenen Ländern zu einerunerträglichen Höllenqual gestalteten. Da war zuerst der PapstGregor IX., jener leidenschaftliche Greis, der Todfeind des KaisersFriedrich II., welcher kein anderes Interesse achtete, als die Erweiterungder päpstlichen Gewalt und die Niederschmetterung seiner Gegner, derdie Fackel der Zwietracht in das deutsche Reich schleuderte und dessenEinheit und Größe vernichtete. Der zweite war der König Ludwig IX.von Frankreich, der sich den Namen „der Heilige" erworben hat, vonEinfalt des Herzens und Beschränktheit des Kopfes, das gefügigsteWerkzeug für schlaue Pfaffen, ein Verehrer von Reliquien, welcherfür einen Nagel von Christi angeblichem Kreuze die beste Stadt seinesReiches geboten hat, ein blinder Verehrer der Barfüßler-Mönche, dersich mit dem Gedanken beschäftigte, selbst die Mönchskutte anzulegen,der zu den Ketzerverfolgungen bereitwilligst die Hand bot und dieJuden so gründlich haßte, daß er sie nicht ansehen mochte^).
Ihm ebenbürtig war sein Zeitgenosse Ferdinand III. vonCastilien, welcher auch die Krone von Leon erbte, ebenfalls von derKirche als Heiliger anerkannt, weil er die Ketzer mit eigner Handverbrannte. Endlich der Dominikaner-General Raymund de Penja-forte (ksüst'oi'ts), der wüthendste Ketzerverfolger, der alle Mühe an-wandte, Juden und Mohammedaner zum Christenthum zu bekehren,in diesem Sinne auf die Könige von Aragonien und Castilien ein-
Z Das. x. 165.
2) Schmidt, Geschichte Frankreich's 1. S. 507.