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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Karäer in Spanien.

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den Sohn seines Gegners in seine Arme, sprach zn ihm die Trostes-worie:Ich will dir fortan Bater sein" *), und hielt Wort. Manweiß nicht, wessen Seelengröße man mehr bewundern soll, dessen, derin den Edelmuth seines Feindes das höchste Vertrauen setzte, oderdessen, der diesem Vertrauen entgegenkam!

Das jüdische Spanien, das alle Richtungen des Jndenthums insich concentrirte und sie um viele Stufen höher brachte, sah in dieserZeit auch eine karäische Bewegung. Karäer gab es seit langer Zeitin Spanien, aber sie waren so bedeutungslos, daß man nicht weiß,weder in welchen Städten sie Gemeinden bildeten, noch wer ihreFührer waren, noch in welcher Verfassung sie lebten. Erst gegenEnde des elften Jahrhunderts brachte ein Mann einige Bewegungin diese träge Masse. Dieser Mann war Jbn-Altaras, von demman weiter nichts weiß, als daß er Jünger eines angesehenenkaräischen Lehrers war. Seit dem Tode der karäischen AutoritätenJoseph Albaßir, Jephet b. Ali und Albnsari Sahal tauchte nämlichwieder aus der Zahl der Mittelmäßigkeiten ein hervorragender KaräerNamens Jcschua b. Jehuda Abulfarag (arabisirt Fortan Jbn-Assad^) auf. Da die Karäer für ihre eigene Geschichte wenig Sinnhatten und über ihre Autoritäten nur das Allerdürftigste überlieferten,so haben sie auch über diesen Abulfarag Jeschua nur mitgetheilt, daßer ein großer Lehrer war und als derAlte" (>m-2aksn, ul 8ebaidi)beigenannt wurde. Man kennt weder seinen Geburtsort noch seinenLebensgang und weiß von ihm nur so viel, daß er in Jerusalem ein-gewandert war und sich glücklich pries, Bewohner der heiligen Stadtzu sein. Hier verlegte er sich auf die Erforschung der Fächer, welcheden Kreis der karäischen Gottesgelehrtheit umschlossen: Bibelerklärungenmit hebräischer Grammatik, Gesetzesknnde, Polemik gegen die Rabbanitenund Religionsphilosophie. Abulfarag berücksichtigte auch den Talmudund nahm manches daraus für das Karäerthnm auf. Zum Musternahm er sich Joseph Albaßir (Roeh) H S. 275), dessen Fnßtapfener so sehr folgte, daß ihn die Später» ans Unkunde zn dessen Jüngerstempelten. Wie dieser, so faßte auch Abulfarag Jeschua das Jnden-thum philosophisch auf, aber nach dem altmodischen Standpunkte dermutazilitischen Scholastik; auch sprach er sich für die Verringerung

st Abraham Jbn-Daud.

2) Bergt, über denselben Munk, dlobi.es sur ^boulvalick p, 4 ff undPinsker IMubs Lackruouijob Text Nr 210 und Note Nr. X. Sein Zeitalterhat der Letztere richtig dargestellt aus dem Umstande, daß in einer seinerSchriften angegeben wird, seit der Tempelzerstörung sei 1020 Jahre und seitder Hegira 480 Jahre, gleich 1087 88.