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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Talmudstudium.

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einen nicht geringen Gewinn für das Wachsthum ibrer Macht. Daherblieb die Stellung der spanischen Juden Anfangs von den Fortschrittender christlichen Waffen und der allmäligen Auflösung der mohamme-danischen Fürstenthümer vollständig unangetastet. Sie fühlten sichunter der Herrschaft des Kreuzes ebenso heimisch in Spanien, wieunter dem Halbmonde und konnten ihrem Drange nach Forschungungehemmt folgen. Der Wetteifer auf dem Gebiete der Wissenschaftund der Poesie, weit entfernt zu erkalten, nahm womöglich nochimmer mehr zu, und die Zahl derer, welche ihren Geist damit erfüllten,mehrte sich von Jahr zu Jahr. Doch tritt in dem Zeitalter nachJbn-Nagrela und Jbn-G'ebirol die Erscheinung auf, daß Poesie,Sprachforschung, Schrifterklärnng und Philosophie, obwohl auch sieeifrige Pflege fanden, mehr gegen das Talmudstudium zurücktraten;dieses wurde eifriger als die übrigen Fächer betrieben und bildete ge-wissermaßen den Mittelpunkt. Der Talmud selbst wurde nicht mehrin hergebrachter Weise, sondern selbstständig kritisch erforscht und erklärtDie Talmudisten und Rabbinen fingen an von der traditionellenErklärungsweise, wie sie durch die Gaonen vermittelt worden ist, ab-zuweichen und sich durch Vergleichung und scharfsinnige Anwendungeinen eigenen Weg zu bahnen. Die Dialektik, welche im Talmud liegt,wurde wieder emporgeschnellt und zu gleicher Zeit in Spanien, Afrikaund Frankreich wieder angebaut. Gediegene poetische Erzeugnisse da-gegen hat dieser Zeitabschnitt nur wenig gefördert. Grammatischeund exegetische Forschungen, von Mose Jbn-G'ikatilla und Jbn-Balamvertreten, haben nur Unbedeutendes zu den bereits gewonnenen Resul-taten hinzugefügt; auf philosophischem Gebiete wurde gar nichtserzeugt. Aber das Talmndstndium, von genialen Männern vertreten,nahm einen solchen Aufschwung, daß die Leistungen der gaonäischen Vor-gänger allmälig ganz in den Schatten gestellt wurden. Diese Männer,von denen fünf den Namen Isaak führen und der sechste Jizchakihieß, sind als die Hauptträger des zweiten rabbinischen Zeitaltersanzusehen. Isaak Jbn-Albalia, auch durch eine politische Stellungausgezeichnet; Isaak Jbn-Giat und Isaak b. Renben, beide zu-gleich Talmudisten und liturgische Dichter; Isaak Jbn-Sakni,minder bedeutend als die eben genannten; Isaak AlfLßi undSalomo Jizchaki, beide Schöpfer einer selbstständigen, über diegaonäische Methode hinansgehenden Lehrweise. An die Biographiedieser Männer ist die Geschichte dieser Epoche geknüpft.

Isaak b. Baruch Albalia führte seinen beurkundeten Ursprungauf einen edlen jerusalemischen Exulanten, Baruch, zurück, den Tituseinem Proconsul nach Merida zngeschickt haben soll, um für ihn die